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Spiraldynamik: Online-Therapie – wie geht das denn?

MEDIZIN | Spiraldynamik Med Center & Praxen haben es während Lockdown & Slowdown ausprobiert. Mit Erfolg! Eine aktuelle Analyse zeigt: Therapeuten zögern, während ein Grossteil der Patienten...

Die Ausgangslage Mitte März war klar: „Bleiben Sie zuhause! Nur Notfälle dürfen in der Arzt- und Therapiepraxis behandelt werden“.  Das bedeutet:

  • Notfälle werden behandelt
  • Bagatellen müssen warten
  • Was aber mit all den Schmerzen und Einschränkungen, welche nicht als Notfall qualifizieren aber die Lebensqualität massiv beeinträchtigen?

Richtig! Da bietet sich Online-Medizin an. Und genau das haben wir getan. Wir haben Arztsprechstunde und Therapie innert 48 Stunden in den Online-Bereich verlegt. Zum Glück hatten wir bereits seit zwei Jahren eine sichere Online-Sprechstunden-Plattform in Betrieb. Die Erfahrungsbilanz in Stichworten:

  • Zwei Drittel der Patient*innen waren offen nach dem Motto „probieren geht über studieren“ und waren grösstenteils überrascht bis begeistert, wir gut es funktioniert. Für das dritte Drittel war klar: «Die Therapie muss bis nach dem Lockdown warten».

  • Ärzt*innen und Therapeut*innen haben zu 90 % mutig und engagiert mitgezogen.Nur wenige haben es vorgezogen, sich zu «verbunkern» oder «Ferien auf Abruf» zu machen.

  • Ganz persönlich: Die Online-Sprechstunde fand meist im Wohnzimmer des Patienten statt – was unerwartete Momente des Vertrauens mit sich brachte: «Angst vor Corona», «Suizidimpulse», «Vereinsamung», «zermürbende Schmerzen» ... waren die grossen Themen. Vieles geht online genau so gut bzw. ist genau so einfach oder schwierig wie in der Präsenz-Sprechstunde.

  • Technik: Klar, Datenschutz und Berufsethos gebieten gesicherte Kommunikationskanäle. Für viele Patient*innen war Zoom oder gar WhatsApp einfacher. Wir haben uns angepasst. Zu Beginn gab’s technische Probleme, mit steiler Lernkurve auf beiden Seiten. Praktisch funktioniert das so: Patient*in stellt Smartphone im richtigen Winkel schräg an die Wand, so kann der Therapeut das Beinachsentraining präzise sehen, anleiten und kontrollieren.

  • Nachhaltigkeit: Kaum war der Lockdown vorbei – wurden von Therapeutenseite alle Online-Aktivität schnellstmöglich wieder auf Null runtergefahren. Unendlich gross war der Wunsch wieder physisch präsent und Hands-on arbeiten zu können. Nur eine Therapeutin und ein Arzt hielten ihren Online-Kanal offen – für Ausland-, Hochrisiko- und tec-affine Patient*innen.
    Interessant in diesem Zusammenhang ist die Analyse von Toni Muffel in der aktuellen «Zeitschrift für Physiotherapie» zum Thema Telerehabilitation [PT Nov.2020, S.34-38]. Das Fazit: Therapeuten zögern, während ein Grossteil der Patienten sich zur teilweisen Verlegung der Therapie in den Online Bereich bereit erklärt. Spannend!

  • Krankenkassen: Die Mehrzahl der Krankenkassen haben sich nur notgedrungen dazu durchgerungen, die Kosten der Online-Therapie 1:1 zu übernehmen (die SWICA war da die löbliche Ausnahme). Psychiater und Hausärzte mussten drum kämpfen, ihre Telefonzeit verrechnen zu dürfen. Kaum war der Lockdown vorbei, wurde die Telefonzeit wieder aufs Minimum reduziert. Schade! Eine verpasste Chance, der Telemedizin hierzulande den dringend notwendigen Impuls zu geben.

  • Fazit: Die Besprechungen von MRI und Röntgenbildern online mittels Bildschirm-teilen-Funktion hat sich etabliert und wird bleiben. Ebenso die Online-Therapie für Auslandpatient*innen. Sonst bleibt im Moment alles beim Alten. Hinter den Kulissen arbeiten wir daran, unser digital-live Therapieangebot zu professionalisieren. Wir bleiben dran... mit diesem Leitgedanken: Die Zukunft gehört denjenigen, die sich in der realen Welt und in virtuellen Welten bewegen können.

Christian Larsen
1. Dezember 2020

PS. Das Informationsangebot fährt bereits zweigleisig: 1. Montag des Monats um 18 Uhr.