ISG-Beschwerden

Zwischen Blockade und Instabilität

Definition

ISG Beschwerden sind ein Sammelbegriff für Beschwerden im Bereich des Kreuzbein-Darmbeingelenks. Die beiden wichtigsten Probleme sind die „Blockierung“ und die „Instabilität“. Die klinische Abgrenzung zu ausstrahlenden Kreuzbeschwerden ist weder einfach noch immer möglich.  Das ISG ist ein grossflächiges und flaches Gelenk, Es bietet mehr Gelenkspiel denn richtige Gelenkbeweglichkeit und garantiert so – zusammen mit der Schambeinfuge – die Elastizität des Beckenrings.

Das Problem

  • Instabilität durch Insuffizienz oder falsches Timing der Beckenbodenmuskulatur
  • Blockade: Das Gelenkspiel in einem oder in beiden ISG geht verloren weil es nicht genutzt wird
  • Sonderfälle sind Unfall (Beckenringfraktur), Geburt (Beckensprengung) und entzündlich-rheumatische Erkrankung der Wirbelsäule (Bechterew).

Spiraldynamik® Therapie

  • Instabilität: Rhythmisch-funktionelle Aktivierung des Beckenbodens beim Gehen (Standbein)
  • Blockade: Funktionelle Mobilisierung beim Gehen (Spielbein); Situativ manuelle Mobilisierung
  • Situative Unterstützung durch gezieltes Krafttraining und ISG-Gurt

Operation Ja oder Nein?

Therapie

Funktionelle Therapien stehen bei ISG-Beschwerden im Vordergrund. Dem Beckenboden kommt dabei entscheidende Bedeutung zu, wobei Anspannung und Entspannung im richtigen Moment entscheidend sind [eigene Erfahrungen]. Repetitive asymmetrische Belastungsmuster in Beruf oder Sport müssen identifiziert und angegangen werden.
Manualtherapie und Chiropraxis haben einen festen Platz zum Lösen akuter Blockaden, sind aber weniger effektiv bei chronischen Beschwerden. Weiter bietet die Nervenverödung durch Radiofrequenztherapie eine interessante Option – nach erfolgloser Funktionstherapie und vor der operativen Versteifung.

Operation

Operative Versteifungen stehen nur bei echten Instabilitäten zur Diskussion – meist unfallbedingt oder Folge einer schweren Geburt.

Tipp

Beckenbodentraining und richtiges Timing sind nachhaltiger als ewiges passives «Richten». Vor einer operativen Versteifung ist zwingend eine diagnostische Infiltration erforderlich: Die Schmerzen müssen zumindest für ein paar Stunden verschwinden.

Clip & klar erklärt

Patienten sagen