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Operationen: Pole-Position für das Bewegungssystem!

Spiraldynamik verhinderte 2008 179 Operationen

Medizin Am Med Center Zürich haben wir im vergangenen Jahr 179 geplante Operationen vermieden. Da sind wir antizyklisch. Ein Blick in die OP-Statistiken unterstreicht meine Überzeugung: Es wird zu viel und zu schnell operiert!

Zusammenfassung des Artikels von Dr. med. Christian Larsen in der Schweizerischen Ärztezeitung SAEZ vom 16. September 2009.

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    Im Jahr 2006 wurden in Schweizer Spitälern 162'598 Diagnosen am Bewegungssystem gestellt. Dies ist mit rund 16 Prozent der grösste Anteil, vor Unfällen, Herz-Kreislauf Erkrankungen oder psychischen Störungen. Gelenkersatz ist Spitzenreiter: Im Jahr 2006 wurden in der Schweiz 15'137 künstliche Hüftgelenke und 11'026 Kniegelenke eingesetzt. Mit fast 4’579 Eingriffen kommt auch der Hallux valgus in der Schweiz gross raus. Mit jährlich 10'875 Eingriffen pro Jahr wird mittels Arthroskopien jedem 636. Schweizer ins Kniegelenk geguckt. In Deutschland gar jedem 424. Dem stehen Beobachtungen gegenüber, die in Studien nun erhärtet wurden: Viele Probleme dürfte man getrost aussitzen!

    Es lebe die Selbstheilung!
    Speziell in England müssen sich operationswillige Patienten oft monatelang auf eine Warteliste setzen lassen. Kommen sie dann endlich an die Reihe, haben sich Problem und Schmerz oft bereits in Luft aufgelöst! Dieses Phänomen ist hinlänglich bekannt, es gibt dafür eine Reihe von Erklärungsansätzen.

    Der Organismus will gesund sein
    Patienten suchen den Arzt auf, wenn’s am ärgsten weh tut. Logische Folge: Beim Kontrolltermin haben sie weniger Schmerzen. So entsteht der Eindruck, ein bestimmtes Behandlungsverfahren durch Operation, Medikamente oder Therapie sei wirksam. Dabei handelt es sich primär um eine rein statistische Entwicklung.

    Welcher Spezialist darf’s denn sein?
    Mit akuten Rückenschmerzen durch einen Bandscheibenvorfall können Sie wahlweise zum Hausarzt, zum Wirbelsäulenchirurgen, Psychologen, Chiropraktiker oder in die Akupunktur gehen: „Who-you-see-is-what-you-get!“ Auf Deutsch: „Sag mir, zu wem du gehst, und ich sage dir, was du bekommst!“ Der Akupunkteur wird stechen, der Chirurg schneiden. So sieht auch die Statistik aus: Die Operationshäufigkeiten von Bandscheiben sind regional unterschiedlich. Wo operiert werden kann, wird auch mehr operiert. Die Resultate im Vergleich geben zu denken: Mittelfristig kommt es auf dasselbe heraus, wo immer Sie hingehen.

    Plazebo-Effekt: Die beachtlichste diesbezügliche Studie lieferte dazu Bruce Moseley 2002 am Beispiel von 180 Patienten mit mittelschwerer Kniegelenksarthrose. Nach dem Zufallsprinzip wurden die Testpersonen in 3 Gruppen eingeteilt und operiert:

    Gruppe 1:       Operation mit Gelenkspülung und Knorpelglättung
    Gruppe 2:       Operation mit Gelenkspülung
    Gruppe 3:       Operation mit "nichts": Lediglich die kleinen Schnittwunden wurden gesetzt und genäht, die Patienten wähnten sich operiert.

    Resultat nach zwei Jahren: Keine signifikanten Unterschiede. Die Patienten waren alle mit dem Eingriff zufrieden. Diese Studie wurde 2008 in Kanada wiederholt – mit demselben Resultat. Der Placebo-Effekt tritt ein, wenn sich jemand umsorgt fühlt. Das hat nichts mit Alternativmedizin, Esoterik oder Hokuspokus zu tun: Der Mensch funktioniert offenbar so.

Dr. med. Christian Larsen
20. September 2009