Karin Rosmann-Reif: Einfühlsame Skoliosetherapie

Spiraldynamik® Portrait: Karin Rosmann-Reif

PortraitKarin Rosmann-Reif hat mit ihrem Wunsch, die eigene Skoliose zu verstehen, ein tiefgreifendes Verständnis für Heilungs- und Reifungsprozesse entwickelt, das für die Behandlung von Skoliose neue Perspektiven öffnet.

Die beruflichen Stationen der 40jährigen sind schnell erzählt: Ausbildung zur Industriekauffrau, Physiotherapeutin und Heilpraktikerin, dazwischen Weiterbildungen in Skoliosetherapie (Lehnert-Schroth, Reflektorische Atemtherapie),Tanz, Feldenkrais, Yoga, Pilates, Cranio-Sacral-Therapie, viszerale Osteopathie und schließlich die Spiraldynamik® inklusive der Veröffentlichung eines Skoliose-Buches für Laien. Dahinter verbirgt sich aber auch ein oft leidvoller persönlicher Weg: Von der langjährigen Skoliosepatientin zur heute schmerzfrei lebenden Skoliosespezialistin. Um anderen einen ähnlich langen Leidensweg zu ersparen, will Karin Rosmann-Reif „die medizinischen Gewohnheiten zu hinterfragen und neue Therapieansätze aufzeigen“.

„Meine Skoliose macht mich nicht betroffen, sondern der therapeutische Umgang und das vorherrschende Vokabular...“
Karin Rosmann-Reif wehrt sich dagegen, als „krank“ bezeichnet zu werden. Das vorherrschende medizinische Vokabular wie beispielsweise „Lendenwulst“ und „Rippenbuckel“ empfindet Sie am eigenen Leib als destruktiv. „Ich habe bemerkt wie die Orientierung am Gesunden und ein positiv formuliertes Vokabular meinen Körper verändern“. Die Spiraldynamik® unterstützt genau dies. „Die Definierung von koordinierter Bewegung ermöglicht mir die Orientierung am gesunden Körper. Für mich ist seither der Weg für körperliche Veränderung frei.“

„Koordinieren statt korrigieren ist mein persönlicher und therapeutischer Leitsatz“
Die Skoliose muss nicht korrigiert, sondern in eine sinnvolle Ganzkörperkoordination integriert werden. Da die Form der Wirbelsäule nicht so einfach verändert werden kann, definiert sie Heilung dementsprechend neu: „Für mich bedeutet Heilung, wenn ich die Skoliose nicht mehr bei jeder Bewegung spüre, sondern wenn ich sie in meine Ganzkörperkoordination integriert habe.“
Diese Bewegungsveränderungen lösen formative Reize auf den Körper aus, die im Laufe von Jahren auch optisch und funktionell Verbesserungen nach sich ziehen.

„Vom Übungszwang zur Bewegungsfreiheit“
Der wesentliche Unterschied der Spiraldynamik® im Vergleich zu anderen Therapie Methoden ist, dass hier Bewegungsmuster dreidimensional analysiert und verändert werden. Das verlagert die Skoliosetherapie von der Therapiematte in den Alltag, von der Sprossenwand an den Arbeitsplatz. Die Übungen erleichtern es den PatientInnen, den Bewegungsalltag zu verändern. Denn unkoordinierte Bewegungsmuster und das Gefühl, nicht in Ordnung zu sein, lösen dauernde Anspannung und Schmerzen aus. Musste sich Karin Rosmann-Reif im Alter von 23 Jahren nach ihrem Arbeitstag mit Schmerzen hinlegen, ist sie heute schmerzfrei und hat abends noch Energie für Ihr Privatleben.

Karin Rosmann-Reif hatte auch Glück: Ihre Eltern entschieden sich in der Pubertät gegen die operative Korrektur der Wirbelsäule, die eine Wirbelsäulenversteifung bedeutet hätte. Sie ist froh, dass die Zeiten der ausschließlich stabilisierenden Skoliose-Therapien vorbei sind und freut sich über jede  PatientIn, die sie über die funktionellen Zusammenhänge im Körper informieren kann. Und der Bedarf ist groß. Dank der Spiraldynamik® „ist nun klar, wann und wo und in welche Richtung bewegt werden muss, um Stabilität und Mobilität auch in einer skoliotisch veränderten Wirbelsäule konstruktiv zu vereinen.“

Skoliose-Buch: Lebenshilfe für Betroffene bietet ein neues Buch von Dr. med. Christian Larsen und Co-Autorin Karin Rosmann-Reif, Spiraldynamik-Fachfrau und selber Skoliose-Patientin.

Spiraldynamik Bücher / Skoliose: Hilfe durch Bewegung

Kurse für Patienten und Therapeuten: Neu organisiert Spiraldynamik® 2 x im Jahr Kurse gemeinsam für Skoliosepatientinnen und Therapeutinnen.

Fachsymposium Skoliose im Wachstumalter: Dr. med. Christian Larsen nimm als Experte daran teil: 9. Mai 2012 | Universitätskinderklinik beider Basel

Thilo Keller
Januar 2012