«Ich will schmerzfrei werden...»

patientenportrait2018 war ein Schicksalsjahr für Madeleine Zwald: Von Zecken übertragen erlitt die damals 61-jährige Ärztin eine Enzephalitis mit massiven motorischen und kognitiven Einschränkungen. Sie kämpfte sich zurück ins Leben. Wegen chronischer Rückenschmerzen ist sie nun in einer Spiraldynamik® Therapie...

Gross, schlank und sportlichen Schrittes begrüsst sie die Besucherin in Thalwil. Dr. med. Madeleine Zwald ist Ärztin und führt dort eine Praxis für Kinder- und Jugendpsychiatrie.
Ihre Geschichte ist die einer Kämpferin, die dank enormer Disziplin und eisernem Willen zurück ins Leben gefunden hat. Im August 2018 erlitt sie, ohne dass sie dies anfänglich bemerkte, eine virale Enzephalitis, eine durch Zecken übertragene Entzündung des Gehirns. Geschah es beim Joggen im Wald, beim Velofahren, in Kontakt mit ihren Katzen? Sie weiss es nicht.
Die Symptome, die rund zwei Wochen nach dem Biss auftreten, sind massiv: heftige Kopfschmerzen und Erbrechen. Nach einer Woche trat eine leichte Besserung auf und dann begann die zweite Phase der Erkrankung. Erneut mit heftigen Kopfschmerzen, Erbrechen. Dazu kamen Gedächtnisstörungen, Ausfälle im Sprachbereich, Sehstörungen, Wahrnehmungs- und Orientierungsstörungen. Madeleine Zwald war nicht geimpft. Sie war in ihrer Jugendzeit, die sie auf dem Land in einem bekannten Endemie-Gebiet mit Schafen und Pferden verbracht hatte, schon öfters mit Meningitiden (Hirnhautentzündungen) konfrontiert worden. Sie glaubte, sie sei immun und verzichtete auf einen Impfschutz, was sie heute sehr bedauert.

«Ich wusste nicht mehr, wer ich war»
Madeleine Zwald ist eine sportliche Frau: Zwischen 18 und 30 Jahren spielte sie Volleyball, war in der Nationalliga A, bis 33 war sie als Triathletin unterwegs. Es könne sein, dass ihre gute körperliche Kondition vor der Erkrankung mitgeholfen habe, dass sie nach Wochen im Spital und in der Neuro-Rehabilitation wieder auf die Beine gekommen sei. «In der zweiten, schlimmen Phase des Verlaufs der viralen Enzephalitis wusste ich kurzzeitig nicht mehr, wer ich war. Ich konnte nicht mehr lesen und schreiben, litt an Gleichgewichts- und Gedächtnisstörungen.“ Physio-, Logo- und Ergotherapien gehörten zu ihrem täglichen Programm. Eiserne Disziplin und der Wille, gesund zu werden, waren ihre Antriebsfedern. Beruflich musste die Ärztin für längere Zeit pausieren.

Rückenschmerzen mit SD bekämpfen
Wie geht es Madeleine Zwald heute? Seit Juni des vergangenen Jahres arbeitet sie wieder – mit etwas reduziertem Pensum – in ihrer Praxis. Sie kann wieder Auto und Velo fahren, geht wieder joggen, wenn auch nicht mehr die langen Strecken von früher. Sie habe immer gerne gekocht und tut dies heute erneut. Sie sei zufrieden. Im November 2019 hat sie eine Therapie im Med Center von Spiraldynamik® in Zürich begonnen. Chronische Rückenschmerzen stehen dabei im Vordergrund. Von früher her leidet sie an einer Skoliose, die zu Fehlbelastungen führte. Nach vier Monaten Therapie seien die schweren Muskelverspannungen zurückgegangen. Doch sie ist noch nicht ganz am Ziel: «Wenn irgendwie möglich will ich schmerzfrei werden.»

Eva Mackert
1. April 2020

STATEMENTS
Ich konnte nicht mehr lesen und schreiben

Disziplin und der eiserne Wille, gesund zu werden, waren Antriebsfedern

Nach vier Monaten Therapie sind die Muskelverspannungen zurückgegangen.