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Madagassisches „Wunderkraut“ wirkt anscheinend tatsächlich bei Covid-19



MEDIZIN |
Was kann schon aus Afrikas Naturheilkunde Positives in Sachen Covid-19 kommen? Ein kritischer Augenöffner- und Mutmacher-Beitrag von Univ. Prof. Dr. Maximilian Moser...

  1. Wie hatten die Deutschen und Österreichischen Qualitätsmedien gegen den Madagassischen Präsidenten gehasst und gewettert: „Kräutertee gegen Corona“, „Vermeintliches Heilmittel“, „Kräutertrunk“, „bitterer Trank und Bonbons“

    Man wähnte sich mitten im Neokolonialismus: Was kann schon von Afrika, was aus der Naturheilkunde Positives für den Menschen von heute kommen? Nur die wissenschaftliche Medizin kann, wenn überhaupt, „Vaccines, Diagnostics & Treatments“ - so die stereotype und treuherzige Nach-Rede der Europäischen Staatenführer und Gesundheitsminister – bereitstellen, und das nur mit mehrstelligem Milliardenaufwand.

    Schon Jahre zuvor hatte „Die Zeit“, wohl in Abstimmung mit der Pharmazeutischen Industrie, vor dem Trinken von Artemisia annua Tee eindringlich gewarnt:

    Das Trinken des Tees sei sehr gefährlich, da es die Resistenzbildung der Plasmodien gegen das aus der Pflanze isolierten Artemisinin bewirke. Ein „verheerendes Konzept“, so die Zeit, „der Aktion Natürliche Medizin". Dieses „gefährde ahnungslose Malariapatienten und riskiere, dass die letzte Waffe gegen Malaria stumpf wird.“

    Tatsächlich stellte sich jedoch 2016 heraus, dass die Wirksamkeit der von der Pharmaindustrie favorisierten Einzelsubstanz Artemisin, für deren Isolierung 2015 der Nobelpreis vergeben wurde, schon kurz nach ihrer Ausrollung der Resistenzbildung zum Opfer gefallen ist, während Artemisia annua, die ganze Pflanze, noch heute bestens gegen Malaria wirkt! Dies konnte ein Team um die britische Ärztin Pamela Weathers in mehreren Studien nachweisen. Schwerkranke und schon aufgegebene Malaria Patientinnen, bei denen Artemisinin nur kurzfristige Besserungen erbrachte, wurden durch Artemisia Annua rasch und dauerhaft wieder fieberfrei.

    Eine glatte Fehlwarnung der „Zeit“ also, der (preisgünstige) Ganzpflanzenextrakt, vor dem gewarnt wird, wirkt viel besser und langfristiger gegen Malaria als das (teure) Pharmaprodukt. Eine Fehlwarnung, die meines Wissens auch nie korrigiert wurde, wozu auch.

    Der, vielfach preisgekrönte pharmazeutische Biologe Michael Wink hat immer wieder darauf hingewiesen: Einzelsubstanzen, wie sie standardmäßig in der pharmazeutischen Medizin verwendet werden, haben im Vergleich eine geringere Wirkung als dieselben Substanzen, eingebettet in das biochemische Umfeld eines pflanzlichen Gesamtextraktes.
    „Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile“ findet sich schon bei Aristoteles.

    Und auch bei COVID 19 scheint das zu stimmen: erste Ergebnisse des Potsdamer Max-Planck-Instituts für Kolloide und Oberflächen, das Artemisia Annua bereits auf seine Wirkung gegen Krebserkrankung positiv getestet hat, findet Hinweise auf eine gute Wirkung des Gesamtpflanzenextraktes gegen Covid-19.

    Artemisinin hingegen, die extrahierte Einzelsubstanz, ist gegen SARS-CoV-2 kaum wirksam. Laut Angaben von Prof. Seeberger sind es mindestens 9 Substanzen, die in der Artemisia wirksam sind. Also macht es Sinn, den Gesamtextrakt gegen Covid-19 einzusetzen, wie es der Madegassische Präsident tut, der damit den Zorn der Qualitätsmedien und der pharmazeutischen Industrie auf sich gezogen hat. Madagaskar hat übrigens stabil unter 1% Sterblichkeit bei Covid-19, Europa 5-mal soviel.

    Wäre es nun an der Zeit, sich bei Andry Rajoelina, dem mutigen Präsidenten von Madagaskar, zu entschuldigen?  Nicht für die Süddeutsche Zeitung. Sie greift anstelle dessen heute, 26.6.2020, die Studie des Max-Planck-Institutes an, weil einer der Autoren an einer Artemisia Firma beteiligt ist, was er auch korrekt in den Disclosures angibt. https://www.sueddeutsche.de/gesundheit/coronavirus-beifuss-heilmittel-1.4948190?reduced=true
    Dass der falsche Beifuss (Artemisia vulgaris) statt dem wirksamen, einjährigen (Artemisia annua), abgebildet ist, kann man noch schwacher journalistischer Recherche zugutehalten, dass die Autoren anscheinend nicht wissen, dass Disclosures stets am Ende (im Kleingedruckten) wissenschaftlicher Arbeiten zu finden sein sollten, ist schon weniger verzeihlich, für ein Qualitätsmedium.

    Hingegen gibt es in wenigen Q-Medien Bedenken bei Studien von Autoren, die ACE* Hemmer und ARB*s freisprechen und sogar als hilfreich anpreisen. Von den teuren Blutdrucksenkern nimmt man an, dass sie das Andocken von Corona Viren in der Lunge beträchtlich verstärken und damit die Infektion dramatisch verschlechtern können.
    [* ACE = Angiotensin Coverting Enzym; ARB = Angiotensin II Rezeptor Blocker – beides sind blutdrucksenkende Medikamentengruppen]
    Im New England Journal of Medicine  2020 lesen wir z.B. eine Studie, die mit 96.000 PatientInnen nachwies, dass sich ARBs positiv auf den Verlauf von Covid-19 auswirken, was die WHO und zahlreiche kardiologische Gesellschaften dazu bewog, Bedenken als „Fake News“ abzutun und auch bei Covid-19 Patienten die Medikation mit ACE Hemmern oder ARBs ja nicht aufzugeben.

    Die declaration of interests des renommierten Hauptautors der Studie lesen sich so:

    "Dr. M. reports personal fees from Abbott, personal fees from Medtronic, personal fees from Janssen, personal fees from Mesoblast, personal fees from Baim Institute for Clinical Research, personal fees from Portola, personal fees from Bayer, personal fees from Triple Gene, personal fees from Leviticus, personal fees from NupulseCV, personal fees from FineHeart, other from Riovant, outside the submitted work." Diese Angaben stehen nicht im Kleingedruckten, wie bei der von der Süddeutschen attackierten Artemisia Arbeit, sondern müssen über einen extra Link im NEJM umständlich angefordert werden.

    Gegen diese Arbeit schrieb niemand in der Süddeutschen, erst als vom Guardian (danke, dass es ihn noch gibt!) aufgedeckt wurde, dass die 96.000 Patienten der ARBs Studie schlichtweg erfunden waren und die Arbeit eine plumpe Fälschung, wurde knapp darüber berichtet. Das NEJM zog die Arbeit daraufhin zurück. Die Empfehlung der WHO blieb, aufgrund anderer Studien von Autoren mit ähnlich langen Disclosure Deklarationen.

    Es wäre eigentlich klar zu fordern, dass zumindest Reviewer nur dann Arbeiten reviewen dürfen, wenn sie keine oder keine mit den Geldgebern der Autoren konzernverbundenen Geldgeber haben. Damit könnten sich die Qualitätsmedien Lorbeeren verdienen, wenn sie das erreichten! Sie könnten einen Teil des verlorenen Vertrauens und Abonnenten wiedergewinnen, über dessen und deren Verlust sie so klagen.

    Univ. Prof. Dr. Maximilian Moser
    Med Uni Graz
    1. Juli 2020

    Disclosure: Der Autor dieses Beitrags ist Professor am Lehrstuhl für Physiologie in Graz und hat keine Interessenskonflikte zum behandelten Thema. Er hat im Garten 2 Artemisia annua Pflanzen aus Interesse, die er am lokalen Bauernmarkt gekauft hat, er hat sonst keine geschäftlichen Verbindungen zum Wunderkraut.