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Schulterimpingment: Grosse Aufregung um unnötige Schulter-Operationen

Bildlegende: Die besten Übungen der Spiraldynamik® von Kopf bis FussBildlegende a) Falsch: Schulter bewegt sich mit der Hand nach vorne; b) Richtig: Die Schulter bleibt hinten.

MEDIZIN | Das SRF Magazin PULS berichtete vor kurzem ausführlich über 2600 unnötige Operationen. Pro Jahr! Eine aktuelle Studie, publiziert in der renommierten medizinischen Zeitschrift Lancet, zeigt...

 

Die PULS Moderatorin bringt ihren ärztlichen Interview-Partner Bernhard Jost – Präsident der Fachgesellschaft Swiss Orthopaedics – in Bedrängnis: «Die Studien sprechen eine klare Sprache: Beim Impingement-Syndrom – einer Verengung im Schultergelenk – bringt eine Operation dem Patienten kaum etwas. Trotzdem wird der Eingriff in der Schweiz jedes Jahr mehrere tausend Mal durchgeführt.»

 

In Deutschland muss Prof. Dr. Markus Scheibel, der Präsident der Deutschen Vereinigung für Schulter- und Ellenbogenchirurgie, Rede und Antwort stehen. Mit 100.000 Eingriffen pro Jahr ist das operative Platzschaffen im Schultergelenk – die subakromiale Dekompression – der häufigste Eingriff am Schultergelenk und eine der häufigsten orthopädischen Operationen überhaupt.

 

Lancet Studie belegt: OP gleich gut wie Schein-OP  

Eine aktuelle Studie, publiziert in der renommierten medizinischen Zeitschrift Lancet, zeigt, die Operation bringt unter dem Strich nichts: Eingeschlossen wurden in die Studie – die während der Jahre 2012-15 an 32 Krankenhäusern in Grossbritannien durchgeführt wurde – insgesamt 313 Patienten, die seit mindestens 3 Monaten an Schulterschmerzen litten und zuvor normale Physiotherapie und eine Steroid-Injektion ins Gelenk erhalten hatten. Es wurden drei Gruppen gebildet: 106 Patienten wurden operiert (subakromiale Dekompression), 103 wurden „schein-operiert“ (Arthroskopie ohne Dekompression) und 104 erhielten gar keine Behandlung.

Das ernüchternde Ergebnis: Ein halbes Jahr nach dem (Schein-) Eingriff zeigt sich kein Nutzen zwischen Operation und Scheinoperation. O-Ton der Studie: «surgical decompression appeared to offer no extra benefit over arthroscopy only …» Was für die Patienten so viel bedeutet wie: Die Operation bringt keinen Nutzen bezüglich Schmerz und Einschränkung.

 

Die Evolutionsbiologie des Schultergelenks

Säugetiere galoppieren auf allen vieren (Druckbelastung), Affen hangeln sich im Dschungel von Ast zu Ast (Zugbelastung) und der Mensch geht seit 4 Millionen Jahren aufrecht auf zwei Beinen  - die Schulter im Dienste der Handlungsfähigkeit statt der Fortbewegung. Das Schultergelenk ist ein von der Evolutionsbiologie multidimensional- und langzeiterprobtes Bio-Hi-Tech Gelenk erster Güte. Und jetzt soll es plötzlich zu wenig Platz für Sehne und Schleimbeutel haben? Eine andere Ursache ist viel naheliegender! Der Mensch hat verlernt, seine Schultergelenke anatomisch richtig zu benutzen:

 

Chronische Fehlbelastung im Schultergelenk

Und so funktioniert die verhängnisvolle Kette: 1. Ewiges Sitzen mit runden Rücken. 2. Die Schultern rutschen unweigerlich seitlich nach vorne. 3. Der Oberarmkopf rutscht im Schultergelenk ebenfalls nach vorne-oben und beengt dort Sehnen und Schleimbeutel. 4. Wird die Hand nach vorne ausgestreckt – sei’s zum Telefonhörer, zur Begrüssung oder ans Steuerrad – rutscht der Oberarmkopf im Schultergelenk noch weiter nach vorne-oben und quetscht so  Sehnen und Schleimbeutel. Das Schulterimpingement ist perfekt. Biomechanisch ausgedrückt ist die «Schulter am falschen Ort», das «Schultergelenk dezentriert» und die «Drehachse bei Armbewegungen instabil».

 

«Gebrauchsanweisung Schulter» in drei Schritten

  • Aufrechte Haltung, speziell Aufrichtung der Brustwirbelsäule. Häufigster Fehler: Der Mensch versucht sich symmetrisch aufzurichten – Kopf hoch und Schultern nach hinten. Chancenlos! Der Mensch ist ein aufrecht gehender Kreuzgänger, 80 Prozent der Muskulatur des Rumpfes verlaufen diagonal bis spiralig. Die Aufrichtung funktioniert nur via asymmetrische Rumpf-Drehbewegung. Die Yogis mit Ihrem Drehsitz machen es vor.
  • Schultern platzieren. Die Schultern gehören nach hinten und in die Breite. Häufigster Fehler: Die Schultern werden nach hinten zur Wirbelsäule hin zusammengezogen. Chancenlos!
  • Schultergelenk zentrieren: der schwierigste Teil, das Sinken-Lassen des Kugelkopfs im Schultergelenk braucht Körpergefühl und Entspannung. Häufigster Fehler: Die Schulter wird runter gezogen, was den Raum zwischen Schulterdach und Oberarmkopf zusätzlich verengt statt erweitert.

 

Spiraldynamik® Therapie erfolgreich seit 25 Jahren

In den letzten 25 Jahren haben wir jedes Jahr über 2000 neue Patienten behandelt, viele davon mit Schulter-Impingement. Jedes Jahr gelingt es uns, rund 200 unnötige Operationen zu vermeiden – darunter viele operative Dekompressionen des Schultergelenks, publiziert in der Schweizerischen Ärztezeitschrift (SAEZ 2009).

 

Kompetenzzentren: Basel | Bern | Zürich | Luzern | St. Gallen

Die Ärzte und Therapeuten der Spiraldynamik® Med Center & Praxen sind spezialisiert auf funktionelle Diagnostik und Behandlung von Beschwerden des Bewegungssystems. Wir bieten kompetente Zweitmeinungen wenn es um die Frage geht: Operation Ja oder Nein? Operation jetzt oder später? Wir vermitteln unser Know-how gezielt und individuell durch spezialisierte Therapien mit Schritt-für-Schritt Übungsanleitungen.

 

Christian Larsen
1. Januar 2018