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Rückenschmerz: Schmerz ist unsichtbar!

Spiraldynamik® News - Rückenschmerz: Schmerz ist unsichtbar!

MEDIZIN | Eine neue Studie der Bertelsmannstiftung spricht Klartext: Röntgen, CT und MRI  erfolgen zu häufig und vorschnell – und allzu oft ohne den erhofften Nutzen. Dabei gibt es…

Neue Bertelsmann Studie
In Deutschland geht jeder fünfte gesetzlich Versicherte mindestens einmal im Jahr wegen Rückenschmerzen zum Arzt. Pro Jahr gibt es so über 38 Millionen Arztbesuche wegen Rückenschmerzen. Darauf folgen Millionen bildgebende Untersuchungen, wie Röntgen-, Computertomografie- (CT) und Magnetresonanztomographie-Aufnahmen (MRT). Beides ist oft unnötig.

Die zu hohen Erwartungen mancher Patienten rücken Ärzte häufig nicht zurecht. Im Gegenteil: Allein 2015 machten sie bei Bürgern mit Rückenleiden über sechs Millionen Röntgen-, CT- und MRT-Aufnahmen. Dabei gelten 85 Prozent der akuten Rückenschmerzen als medizinisch unkompliziert und nicht spezifisch. Bei Rückenschmerzen ohne Hinweise auf gefährliche Verläufe (wie Wirbelbrüche oder Entzündungen) empfehlen ärztliche Leitlinien, auf bildgebende Untersuchung zu verzichten.

Zitate
Zitat von Brigitte Mohn, Vorstand der Bertelsmann Stiftung: «Ärzte müssen falsche Kenntnisse und Erwartungen von Patienten korrigieren. Nur so werden sie ihrem eigenen Anspruch als vertrauenswürdige Experten gerecht.»

Zitat von Christian Larsen, Qualitätsverantwortlicher der Spiraldynamik® Gruppe: «Ärzte müssen genau untersuchen und genau erklären, dann korrigiert der Patient falsche Kenntnisse und Erwartungen ganz von alleine. Nur so kann der Arzt die Entscheidungs- und Handlungsautonomie des Patienten stärken.»

Spezifischer und nicht-spezifischer Rückenschmerz
Als spezifischer Rückenschmerz gelten strukturell fassbare Ursachen des Rückenschmerzes wie z.B. Diskushernien, Wirbelkörperfrakturen, Tumoren, Entzündungen, Arthrose der kleinen Wirbelgelenke, Wirbelgleiten, Spinalkanalenge usw. Die Summe aller «spezifischen Rückenschmerzen» macht 15 % aller Rückenleiden aus. In diesen Fällen ist eine exakte Bildgebung notwendig und sinnvoll, weil es sichtbare strukturelle Veränderungen gibt und die Bilder für die weitere Therapie wichtig sind.

Jetzt zu den anderen 85%, den viel häufigeren nicht-spezifischen Rückenschmerzen: Sie sind auf dem Röntgenbild oder im MRI nicht sichtbar. Die Bezeichnung «nicht-spezifisch» ist irreführend, da sich auch hier ganz differenzierte Schmerzursachen finden lassen: Überlastung der Fazettengelenke, Überdehnung der Bänder, Verspannungen der verschiedenen Muskeln, Haarrisse in der Bandscheibe usw.

Arzt und Patient glauben der Irrtum, wenn sie ihn nur sehen können
Viele Ärzte sind in der differenzierten Untersuchung des Rückens zu wenig versiert. Ohne differenzierte funktionelle Untersuchung gibt es in diesen 85 % keine klare Diagnose und damit auch keine spezifische Therapie. Stattdessen erfolgt bei Rückenschmerz stereotyp der Griff zum Rezeptblock: Schmerzmittel, Physiotherapie und Bildgebung. Und jetzt kommt der verhängnisvolle Irrtum: Sind auf dem Röntgenbild oder MRI strukturelle Veränderungen sichtbar (was meistens der Fall ist), wird automatisch angenommen, dass diese sichtbaren Veränderungen für die Beschwerden verantwortlich sind. In vielen Fällen ist genau dies nicht der Fall. Das Ausmass dieser falschen Verknüpfung von sichtbarem Röntgenbefund und effektiven Beschwerden des Patienten hat gigantische Ausmasse angenommen, weil eben – wie die Studie zeigt – immer weniger untersucht wird und immer schneller Bilder gemacht werden. Ein krasses Beispiel: Ich erlebe immer wieder Patienten, die bereits am unteren Rücken operiert und versteift wurden, die Schmerzen aber von einer Hüftgelenksarthrose oder von massiv verspannten Muskeln herrühren.

Best Practise in den Spiraldynamik® Med Center & Praxen

  • Genaue Anamnese und genaue Untersuchung: Der Patient erlebt während der klinischen Untersuchung, dass der Schmerz durch bestimmte gezielte Tests provoziert werden kann. Dies gibt dem Arzt und dem Patienten Sicherheit bezüglich der gestellten Diagnose gibt.
  • Die Therapie muss die Diagnose bestätigen: Eine genau Differenzierung der unspezifischen Rückenschmerzen ist Voraussetzung für eine spezifische Therapie
  • Erfolgskontrolle: Eine validierte Ergebnismessung zeigt, ob die Therapie anschlägt oder nicht (siehe Abbildung)
  • Tritt der erwartete Therapieerfolg nicht ein oder bestehen von Anfang an Hinweise für ein gefährliches Rückenleiden (Nachtschmerz, bekannte Osteoporose, Lähmung usw…) gibt es rasch ein CT oder MRI

Dr. med. Christian Larsen
1. Dezember 2016