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Inkontinenz während der Schwangerschaft? Muss nicht sein!

Spiraldynamik® und Rückbildungsgymnastik nach der Geburt helfen gegen Inkontinenz

Medizin | Jede Frau bekommt in der Schwangerschaft Probleme mit ihrem Beckenboden. Spätestens nach der Geburt ist sie – zumindest zeitweise – inkontinent. Richtig? Falsch! Sicher ist eine Schwangerschaft für den Beckenboden eine große Belastung, Inkontinenz muss aber nicht zwangsläufig...

Zum Glück gehöre ich zu den Frauen, die keinerlei Probleme mit Inkontinenz haben. Ich bin 34 Jahre alt, momentan mit meinem zweiten Kind im 7. Monat schwanger und habe bisher – toi, toi, toi – kein einziges Tröpfchen verloren. Nun ja, mal abgesehen von dem einen Lachanfall am Ende meiner ersten Schwangerschaft, vor dem ich mit meiner übervollen Blase mal besser die Toilette aufgesucht hätte. Das würde ich allerdings noch nicht als Blasenschwäche werten. Eine sogenannte Stress- oder Belastungsinkontinenz, die in der Schwangerschaft auftreten kann, äußert sich durch einen wiederkehrenden, unwillkürlichen Urinverlust ohne spürbaren Harndrang bei körperlicher Anstrengung, wie z. B. Heben, Tragen, Husten oder Niesen. Das geschwächte Blasenverschlusssystem des Beckenbodens und die Harnröhre sind nicht mehr in der Lage, der Druckerhöhung im Bauchraum Stand zu halten und Urin geht unfreiwillig ab.

Ich habe mir früher keine großen Gedanken über Blasenschwäche gemacht. Inkontinenz – das war für mich ein Thema für alte Leute und kleine Kinder. Erst als ich beruflich die redaktionelle Betreuung einer urologischen Fachzeitschrift übernahm, wurde mir klar, dass es wirklich jeden treffen kann. Mein persönliches „Aha-Erlebnis“ hatte ich auf einem großen Urologenkongress: Dort saß ich in einer Veranstaltungsreihe über Harninkontinenz der Frau und erwischte mich plötzlich dabei, wie ich unterbewusst – geradezu panisch – meinen Beckenboden trainierte und dabei dachte: „Oh je, oh je, was es alles gibt. Ich möchte bitte verschont bleiben!“

Schweres Heben und Tragen vermeide ich seitdem sehr konsequent und ganz besonders jetzt in der Schwangerschaft. Mein kleiner Sohn ist zweieinhalb und macht bisher erfreulicherweise sehr gut mit. Seit der besagten Konferenz beglückwünsche ich mich auch zu einer Sache: In meiner Teenagerzeit bin ich jahrelang regelmäßig geritten. Ich habe das Gefühl, dass ich von der damals aufgebauten Muskulatur noch immer profitiere, obwohl ich vor einigen Jahren mit dem Reiten aufgehört habe. Vor knapp 10 Jahren habe ich außerdem mit Vinyasa-Yoga angefangen. Ich habe also einen klaren Vorteil, da ich unbewusst zwei der wohl effektivsten Sportarten zur Stärkung des Beckenbodens zu meinen Hobbys gemacht habe. Weitere Beckenboden-gesunde Sportarten sind z. B. Pilates, Schwimmen, Walken, Skaten, Ski-Langlauf oder Bauchtanz.

Ich bin guter Dinge, durch meine Vorgeschichte von einer Belastungsinkontinenz verschont zu bleiben und mache sicherheitshalber weiterhin regelmäßig Beckenbodentraining. Sollte es mich dennoch treffen, kann ich während der Schwangerschaft leider nicht viel machen – außer mich mit Slipeinlagen auszustatten. Um den Urinabgang beim Niesen, Lachen und Co. etwas abzumildern, hilft es, das Gesicht zur rechten oder linken Schulter zu drehen. So wird der Druck auf den Beckenboden reduziert und über die seitliche Bauchmuskulatur abzufangen. Mit Spiraldynamik® und Rückbildungsgymnastik nach der Geburt werde ich anschließend meinen Beckenboden gezielt kräftigen und ggf. dafür sorgen, dass ich mich nach der Schwangerschaft bald von einer Inkontinenz verabschieden kann – sofern sie denn überhaupt auftreten sollte.

Antonie Post
Wissenschaftsjournalistin, Burgstetten
1. April 2016

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