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Flashforward 2029: Digitalisierung und Intuition

Spiraldynamik® News: Flashforward 2029 - Digitalisierung und Intuition

medizin | Sie sind nicht mehr aufzuhalten - Therapieroboter und Expertensysteme. Überzeugen Sie sich selbst - ein paar Minuten auf Youtube genügen. 2029 soll es endgültig soweit sein. Ein persönliches Flashforward von Christian Larsen beleuchtet...

Bereits heute Realität sind Outlook statt im Kalender blättern, GPS statt Landkarten lesen, E-Mail statt Brief schreiben, Rasen-Roboter statt Rasenmäher, Smartphone statt Telefon.  Google-Car, Telemedizin, Therapieroboter und medizinische Expertensysteme sind ihrerseits in den Startlöchern. Ein 2 Minuten Youtube zeigt den beeindruckenden aktuellen Stand eines vierbeinigen Hunde-Roboters bzw. die Sprache und Gestik eines Androiden, der Joggen und Tee eingiessen kann. 

In den nächsten zehn Jahren werden Roboter und Expertensysteme vom «Vorprogrammier-Modus» auf «Selbstlern-Modus» umschalten. «Computersysteme und Maschinen werden sich mittels künstlicher Intelligenz so rasant selbst verbessern und den technischen Fortschritt derart beschleunigen, dass die Zukunft der Menschheit nach diesem Ereignis nicht mehr vorhersehbar ist» (Quelle: Wikipedia). Das Phänomen hat einen wissenschaftlichen Namen: «Technologische Singularität». Der Begriff wurde von Raymond Kurzweil geprägt und bezeichnet eben diesen Moment, in dem die künstliche Intelligenz die menschliche überholt. 2029 soll es soweit sein. Wunschdenken und Wahrsagerei eines Zukunftsforschers? Immerhin hat Raymond Kurzweil bereits 1990 auf zwei Jahre genau vorausgesagt, wann Schachweltmeister Garry Kasparov vom IBM Schachcomputer Deep Blue besiegt (1996) werden würde. Auch den Siegeszug des Internets hat er zu einem Zeitpunkt prognostiziert, als viele Experten weltweit noch daran zweifelten.

«Mir persönlich ist diese Entwicklung seit der Jahrtausendwende klar»
Und zwar in ihren Grundzügen, in ihrem Ausmass und in ihrer Un-Umkehrbarbeit. Am Spiraldynamik® Kongress 2007 habe ich erstmals Spitzenvertreter der (Bio-) Robotikzunft vorgestellt. Sie brauchen die Interviews nicht im Detail zu lesen, aber ein kurzer Blick auf die Links hilft, sich das rasende Tempo der Entwicklung zu vergegenwärtigen: Was vor neun Jahren als Utopie erschien ist heute Schnee von vorgestern.

Prof. Robert Riener organisiert 2016 die weltweit ersten cyber-olympischen Spiele für Menschen mit schweren Behinderungen - der Cybathlon findet am 8. Oktober 2016 in Zürich statt (sehr professionelle Links, lohnt sich)

Vielleicht fragen Sie sich jetzt, was Digitalisierung und technologische Singularität für Medizin und Therapie im Allgemeinen und für die Spiraldynamik® im Speziellen bedeuten? Drei Konsequenzen habe ich für mich persönlich und für mein professionelles Wirkfeld gezogen.

«Erstens: Ich treibe Digitalisierung & Standards voran»

In den Med Centern ist seit 2003 eine vollelektronische Krankengeschichte im Einsatz; seit 2009 verfügen wir über Internet basierte Outcome-Messungen; 2011 wurde unser digitales Patientenmanagement als eine wichtige Innovation im Schweizerischen Gesundheitswesen taxiert (Swiss Quality Award); seit 2013 finden Fortbildungen regelmässig via Skype bzw. Webex statt. Im 2015 wurden Valedo® Bewegungssensoren in die Spiraldynamik®-Therapie eingeführt - sie ermöglichen Patienten das Erlernen anatomisch richtiger Wirbelsäulenbewegungen mit Hilfe eines zeitechten und dreidimensionalen Feedbacks. 2016 wird es die Internet Selfcoaching Plattform für Spiraldynamik® am Arbeitsplatz geben

«Zweitens: Ich fördere und fordere Eigenverantwortung & Intuition»

Bei Patienten wie bei Mitarbeitern. «Aktiv selber etwas zur Genesung beitragen» -  sozusagen die DNA der Spiraldynamik® - ist für Zehntausende von Patienten zur Gesundheitsmaxime geworden. Denn: Therapie muss im Alltag stattfinden um ihr maximales Wirkpotential entfalten zu können. Umsetzung im Alltag wiederum setzt automatisch Verhaltensveränderung und Eigenverantwortung voraus. Anders geht es nicht. Bei Mitarbeitern und Lizenzpartnern wird die intuitiv-kreative Herangehensweise an jeden Patienten und seine besondere Situation systematisch geschult: Jeder Therapeut wendet das Konzept anders an.

«Drittens: Ich erforsche die ethischen und spirituellen Dimensionen des Menschseins»

Das Erfassen der subjektiven Wirklichkeit hochindividualisierter Patienten lässt sich clever mit objektiven Qualitätsstandards vernetzen. Zum Beispiel die 3-D Bewegungssensoren: sie messen und spiegeln mit digitaler Exaktheit jeden beliebigen raum-zeitlichen Bewegungsverlauf der Wirbelsäule. Welche Bewegungen im Einzelfall lohnenswert und übenswert sind, liegt hingegen im intuitiven Ermessen des Therapeuten. Da gibt es nicht «eine Übung für die Kniearthrose». Je nach Alter, anatomischer Konstitution, Pathomechanik, konkreter Zielsetzung und persönlichen Vorlieben wird ein individuelles Übungsprogramm zusammengestellt, das sich von Mensch zu Mensch mit scheinbar gleichem Problem sehr stark unterscheiden kann. 

In Sachen vollständiger Sichtung und Gewichtung aller Möglichkeiten werden Expertensysteme schon bald die Nase vorne haben. «Erfahrung» ist dann keine Universalantwort mehr auf die Frage «Was macht den Unterschied aus zwischen Therapeut und Therapieroboter, zwischen Arzt und medizinischem Expertensystem?». Mit dem Erreichen der technologischen Singularität wird die Menschheit nicht mehr drum herum kommen, in aller Klarheit die Frage nach den ethischen und spirituellen Dimensionen des Menschseins zu stellen.

Dr. med. Christian Larsen
4. Januar 2016

PS: Spätestens im Jahre 2029 wird es sich als unschätzbarer Vorteil erweisen, mit einem Therapie- und Bewegungskonzept zu arbeiten, das explizit an die archaische Bewegungsintelligenz der menschlichen Evolutionsgeschichte andockt und entsprechend «von der Natur während Jahrmillionen erprobte» diagnostische, therapeutische und pädagogische Instrumente für die tägliche Praxis zur Verfügung stellt.