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Kniearthrose: Schmerz zwingt den Menschen in die Knie

Spiraldynamik® Therapie der Kniearthrose: Chronische Fehlbelastung erkennen und gezielt vermeiden.

medizin | Spiraldynamik® Therapie der Kniearthrose: Chronische Fehlbelastung erkennen und gezielt vermeiden.

Die Arthrose im Kniegelenk zwingt immer mehr Menschen buchstäblich in die Knie. Spiraldynamik® bietet konkrete Möglichkeiten, individuelle Fehlbelastungen zu erkennen und gezielt anzugehen – im Sport, in der Therapie oder präventiv im Alltag. Der Knackpunkt: Das Kniegelenk funktioniert als Drehscharniergelenk. Und ss will richtig gedreht sein, damit es möglichst lange einwandfrei funktioniert.

Großes Problem: Jedes zweite Knie
Unaufhaltsam erscheint der Vormarsch der Kniearthrose. In der kleinen Schweiz beispielsweise werden Zehntausend künstliche Kniegelenke pro Jahr eingesetzt. Tendenz steigend. Alter plus Übergewicht plus Fehlbelastung sind schleichendes Gift für den empfindlichen Gelenkknorpel: Zunächst verliert er seine Elastizität, dann wird er dünner und schließlich ist er ganz weg. Blanker Knochen reibt auf nacktem Knochen. Kein gutes Gefühl, Schmerz und Einschränkung zwingen den Menschen in die Knie.

Risikofaktoren: Übergewicht und Fehlbelastung
Unter den veränderbaren Risikofaktoren machen chronische Fehlbelastung, Übergewicht und Bewegungsarmut jenen tödlichen Cocktail aus, der die weiße Knorpelschutzschicht wie Schnee an der Sonne schmelzen lässt. Der springende Punkt: Zyklische Bewegung wie Gehen und Laufen wirken als Ernährungspumpe für den Knorpel. Ohne diese rhythmische Bewegung muss der Knorpel hungern. In dieser kritischen Situation ist jedes Kilogramm Übergewicht eines zu viel. Kommt chronische Fehlbelastung hinzu, wird es für den mangelernährten und überlasteten Knorpel rasch lebensbedrohlich: Statt einer gleichmäßigen Druckverteilung kommt es zur Inkongruenz im Gelenk mit gefährlichen Druckspitzen, die den Knorpel zerstören.

Beschwerden: Anlaufschmerz und Einschränkung
Typisch für die Kniearthrose ist der Anlaufschmerz. Nach längerem Sitzen oder am Morgen nach dem Aufstehen muss das Gelenk zunächst an- und warmlaufen: Die ersten Schritte sind schmerzhaft, dann wird’s besser. Zu Beginn sind so mehrere Stunden Gehen oder Wandern möglich – trotz Kniearthrose. Mit der Zeit rücken die Belastungsschmerzen in den Vordergrund, die Gehzeit nimmt ab. Situativ kommen Nachtschmerz, Gelenkschwellung und das so genannte Giving-Way hinzu – ein plötzliches und schmerzhaftes Einsacken des Kniegelenks. Der Arzt stellt die Diagnose aufgrund der typischen Beschwerden, gesichert wird die Diagnose durch ein Röntgenbild, das belastet im Stehen durchgeführt wird.

Wichtiges Details: Das Ausmaß der subjektiven Beschwerden und der objektiven Befunde im Röntgenbild stimmen oftmals nicht überein: Manche Menschen haben eine fortgeschrittene Kniearthrose mit sehr wenig Beschwerden, bei anderen ist es genau umgekehrt. Entscheidend für die Schmerzen ist Entzündung im Arthrose-Gelenk. Mit anderen Worten: Die durch Entzündung aktivierte Arthrose ist für die Schmerzen hauptverantwortlich. Ausgelöst und verstärkt wird die Entzündung durch zwei Faktoren: Falsche Belastung und falsche Ernährung. Insbesondere Nährstoffmangel und viele Kohlhydrate wirken nachweislich entzündungsfördernd.

O-X-Beine: Krumme Beinachsen
Das Kniegelenk besteht aus zwei Hauptgelenkflächen, einer inneren und einer äußeren. Normalerweise verteilt sich das Körpergewicht gleichmäßig auf beide Knorpelflächen. Bei X-Beinen lastet das Körpergewicht hauptsächlich auf den äußeren, bei O-Beinen auf den inneren Gelenkflächen. Starke O- und X-Beinstellungen verkürzen die Lebensdauer des Gelenkknorpels um zehn bis fünfzehn Jahre. Dieser Zusammenhang ist seit bald hundert Jahren bekannt und hat dazu geführt, dass O-X-Beine bei Auftreten erster Arthrosezeichen operativ begradigt wurden.

Spiralprinzip: Falsche Drehrichtungen
Das Kniegelenk ist ein Drehscharniergelenk: Beuge-Streckbewegungen und Rotation sind gekoppelt. Anatomisch richtig dreht das Knie so: Oberschenkel dreht bei der Kniebeuge nach außen, Unterschenkel nach innen. Diese Drehrichtungen wurden beim Landgang der Fische vor 380 Millionen Jahren festgelegt und nie mehr geändert. Beim Menschen legen Knochentorsion, Nerven, Muskelverlauf und Kreuzbänder Zeugnis davon ab. Die Funktionsweise der Menisken macht die Dreh-Scharnier-Mechanik besonders deutlich:  Auf der Innenseite funktioniert das Knie wie ein flaches Kugelgelenk, auf der Außenseite wie ein flaches Sattel-Gleitgelenk. Stimmen die Drehrichtungen, kann das Kniegelenk „innen drehen“ und „außen gleiten“. Falsche Drehrichtungen - mit auswärts gedrehten Füssen und einwärts gedrehten Oberschenkeln - vergewaltigen das Kniegelenk gewaltig: Jetzt muss es „außen drehen“ und „innen gleiten“ – was es aber definitiv nicht kann. Durch die falschen Drehrichtungen kommt es zunächst zur Überdehnung der Muskelsätze auf der Knie Innenseite (Pes anserinus) beziehungsweise zur Verkürzung auf der Außenseite (zB. Läuferknie). Später folgt die vorzeitige Degeneration des Meniskus speziell des Hinterhorns auf der Innenseite. Noch später folgt die Kniegelenk Arthrose.

Therapie: Entzündungshemmung und Kraftaufbau
Für bestimmte Therapie Maßnahmen gibt es inzwischen schlüssige Beweise: Die klassischen Entzündungshemmer halten was der Name verspricht, sie vermögen die Gelenkentzündung zu reduzieren. Krafttraining verbessert die Bewegungsführung im Gelenk und ist beim älteren Menschen ein "Muss". Aber aufgepasst: Intensität und Tempo des Muskelaufbaus muss der Schwere von Entzündung und Arthrose angepasst werden. Häufig wird das Krafttraining wegen Zunahme der Schmerzen abgebrochen, weil zu Beginn zu intensiv trainiert wurde.

Operation: Teil- oder Ganzprothese
Damit ein künstlicher Gelenkersatz bejaht werden kann,  muss eine Reihe arbeitsintensiver Bedingungen erfüllt sein:

  • Die Diagnose Kniearthrose ist gesichert
  • Fehlbelastungen wurden korrigiert*
  • Ein Kraftaufbau wurde durchgeführt
  • Entzündungshemmer wurden ausprobiert
  • Ernährungsanpassung hat stattgefunden
  • Das Körpergewicht ist im Normbereich

Bestehen trotz dieser Maßnahmen während 3-6 Monaten erhebliche Knieschmerzen und Einschränkungen, ist der Kunstgelenkersatz die Therapie der Wahl. Idealerweise zunächst eine Teilprothese. Diese hat den Vorteil: Gelenk und Gefühl (Innervation) bleiben erhalten, es wird nur gerade der defekte Gelenkteil ersetzt. Zweiter Vorteil: Zehn oder fünfzehn Jahre später kann die Teilprothese unkompliziert durch eine Ganzprothese ersetzt werden.

Spiraldynamik® Therapie: Kniearthrose
Am Anfang steht die funktionelle Diagnostik der Beinachsen, untersucht und gemessen werden die Beinachsen, die Knochentorsionen und die funktionellen Drehrichtungen:

  • Beinachsen:                gerade; X-Beine oder O-Beine
  • Knochentorsionen:       normal; vermehrt oder vermindert; asymmetrisch
  • Drehrichtungen:           normal; zu wenig oder zu viel Spiralkraft im Knie

*Entsprechend diesen Befunden werden Fehlbelastungsmuster identifiziert und in der Therapie gezielt angegangen. Das „Spiraldynamik® Beinachsentraining“ beginnt typischerweise mit den Füssen, darauf aufbauend folgt die aktive Steuerung von Knie und  Beinachse über die Hüftgelenkmuskulatur. Dann gilt es, das Knie zwischen „Hüfte oben“ und „Fuß unten“ dreidimensional auszurichten, zunächst in der Statik, dann dynamisch. Die Krönung des Beinachsentraining ist der Transfer in den Alltag und ggf ins Training. Erst jetzt wird der Drehscharnier-Mechanismus im Kniegelenk so genutzt, wie er von der Natur vorgesehen. Er jetzt kann von optimierten Beinachsen gesprochen werden.

Prognose: Fünfzig Prozent, fünf Jahre
Das Erlernen des Beinachsentrainings nimmt zirka drei Monate in Anspruch und kann idealerweise parallel zum Kraftaufbau durchgeführt werden. In aller Regel kommt es durch die erfolgreiche Optimierung von Belastung und Ernährung zu einer signifikanten Reduktion der Beschwerden von mindestens fünfzig Prozent. Dies verlängert die Lebenserwartung des Naturgelenks erfahrungsgemäß um fünf oder mehr Jahre. Wer das Problem der X- und O-Beine bereits in der Jugend angeht, kann die Achsenfehlstellung um rund die Hälfte korrigieren – aus extremen O-Beinen werden mittlere O-Beine, als mittleren leichte, leichte O-Beine lassen sich ganz korrigieren. Dies dürfte die Lebenserwartung der Kniegelenke um mindestens zehn Jahre verlängern.

zum Thema Gesundheit, Medizin und Bewegung.

Christian Larsen
1. März 2013