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Kinderrücken: Bildung ist die beste Förderung

Spiraldynamik: Kinderruecken


medizin
Dr. med. Hanna Schnyder-Etienne ist Schulärztin im Kanton Wallis. Sie ging der alarmierenden Zunahme von Rückenproblemen bei Kindern auf die Spur: Resultate zum Nachdenken und Handeln!

Hanna Schnyder-Etienne war beunruhigt, als sie vor einigen Jahren neu aufgetretene Brustkorbverformungen bei Jugendlichen entdeckte. Einstmals kerngesunde Kinder entwickelten in relativ kurzer Zeit Thoraxverformungen - Trichter und Keil-Brust oder Kombinationen davon. Sehr betroffen machte sie auch, dass mit 16 Jahren über die Hälfte der Jugendlichen über Rückenschmerzen klagten. Vor dreissig Jahren gab es dies kaum.

Cool rumhängen hat uncoole Folgen
Entscheidende Verschlechterungen sind mit Beginn der Pubertät festzustellen: körperlicher Wachstumsschub und geistige Opposition leisten das ihre zur Verschlechterung der Situation. "Ewiges Sitzen in miserabler Haltung", wie Dr. Schnyder beschreibt, kombiniert mit allgemeiner Bewegungsarmut bringt das Fass zum Überlaufen. Gefordert sind weniger die Schulärzte als Eltern und Erziehende, sprich Lehrer. Im Wallis zog die Lehreschaft voll mit: Ein Glücksfall, denn viele Pädagogen sehen sich ausser Stande, auch noch Rückenschule im Unterricht unterzubringen.

Ergebnisse eindrücklich bis begeisternd
Die Walliser meisterten die Herausforderung mit der Kampagne "Fitte Kids - bewegt geht's besser". Ein Projekt, das in Zusammenarbeit mit Eltern, Kindern und der Lehrerschaft über mehrere Jahre fortgesetzt wurde. Informationen, Workshops und viel Bewegung waren die Kernpunkte des Projekts. Die Resultate überzeugen: Bereits nach einem Jahr ging es in der Gruppe der 13 bis 15- jährigen rund 25 Prozent der Kinder besser als vor dem Projekt. Geradezu Begeisterndes ist aus der Altersstufe der 11 bis 12-Jährigen zu berichten: 85 Prozent berichteten über merkliche Verbesserung ihres Rücken-Wohlbefindens mit eindeutig weniger Schmerzen. Hanna Schnyder: "Unser Ziel muss sein, die Entwicklung unserer Kinder zu aktiven, begeisterungsfähigen, neugierigen und gesunden Jugendlichen und Erwachsenen zu fördern. Es bringt nichts, sich im Detailwissen der einzelnen Fächer zu verlieren. Weniger ist hier mehr: Ohne Gesundheit läuft auch in der Schule wenig bis gar nichts."


Bea Miescher
29. Januar 2010