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Rückenschmerz: Das Problem ist meist nicht dort, wo's weh tut



Medizin Entscheidend für Diagnose, Prävention und Therapie von Rückenschmerzen ist  das Wie und Wo der Bewegungen in der Wirbelsäule. Mit 3500 dokumentierten Untersuchungen setzt Spiraldynamik neue Standards. Das Konzept wurde anfangs März am Wirbelsäulensymposium im Schweizerischen Paraplegikerzentrum Nottwil vorgestellt.

Der Rückenschmerz ist Spitzenreiter in Sachen „persönliches Leid“, Arbeitsausfall und IV-Renten. Neben unspezifischen Rückenschmerzen gibt es genau definierte Ursachen mit typischen Erscheinungsbildern. Ein paar Beispiele: Hinweise für Bandscheibenprobleme sind Husten-Niessschmerz, Schmerzausstrahlung ins Bein oder Taubheitsgefühl und Muskelschwäche in einem Bein. Zweitens die akute Überlastung kleiner Wirbelgelenke: Sie äussert sich durch einschiessende Schmerzen, beispielsweise während des Schlafs. Die Bewegungskontrolle der Muskeln ist ausgeschaltet, es kann leicht zu akuten Blockierungen führen. Drittes Erscheinungsbild ist eine Verengung des Rückenmark-Kanals: Der Schmerz bessert sich typischerweise im Sitzen und in Seitenlage.

Bei klassischen Kreuzproblemen führen Vorgeschichte, klinische Untersuchung, Röntgenbild usw. meist rasch zur Strukturdiagnose. Die defekte Stelle wird identifiziert, lokalisiert und klassifiziert. Soweit so gut: Damit ist aber noch kein Wort über die Funktion gesagt. Kein Wort über die mögliche funktionelle Ursache und  chronische Überlastung. Kein Wort darüber, was der Einzelne dazu beitragen kann, das Problem in den Griff zu bekommen. Kein Wort über präventive Möglichkeiten. Strukturdiagnosen ohne begleitende Funktionsdiagnostik sind immer im Nachteil. Sie erkennen das „Ausmaß des Schadens“, aber nicht das „Wie der Entstehung“. Die Kenntnis der individuellen Fehl- und Überlastungen ist wegleitend für Therapieerfolg und Selbsthilfe.

Wie entstehen Fehl- und Überlastungen? Die einzelnen Wirbelkörper bewegen sich wie die einzelnen Glieder einer mechanischen Kette. Im Idealfall verteilt sich die Bewegung gleichmäßig auf die ganze Länge. Sind einzelne Glieder eingerostet, droht die Kette raus zu springen. Analog verhält es sich bei der Wirbelsäule: Sind einzelne Abschnitte steif und unbeweglich, werden die benachbarten Wirbelkörper entsprechend mehr belastet. Das enge Nebeneinander von unter- und überbeweglichen Wirbelsäulenabschnitten ist eine Hauptursache von Rückenschmerzen. Dieses Prinzip gilt auch für die Lendenwirbelsäule als Ganzes. Sie ist eingespannt zwischen Brustwirbelsäule und Hüftgelenken. Ein steifer Rundrücken und unbewegliche Hüftgelenke werden zur K.O.-Formel für das Kreuz! Die Bandscheiben der Lendenwirbelsäule müssen kompensieren und für die fehlende Beweglichkeit gleich doppelt einspringen. Überlastung, verfrühte Abnutzung und Instabilität sind programmiert. Das Problem liegt aber nicht dort, wo’s weh tut!

Um jeden Wirbelkörper einzeln zu testen, verwenden wir seit sechs Jahren routinemäßig die Medimouse.

Die Resultate der Rückenuntersuchung werden individuell in den Zusammenhang mit Kreuz, Becken, Brustwirbelsäule und Hüftgelenken gestellt. Die Therapie beginnt deshalb meist nicht dort, wo der Schmerz ist, sondern dort, wo das Bewegungsdefizit ist. Was auf den ersten Blick überraschen mag, ist auf den zweiten schon fast logisch.

Dr. med. Christian Larsen
April 2005