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Seit dem Frühjahr 2003 hat Zürich ein Zentrum für
Tanzmedizin: Liane Simmel, Ärztin, Tänzerin, Choreografin
und Gründerin von Tanzmedizin Deutschland "TaMed",
hielt am 14. Mai am Institut für Spiraldynamik ihr Antrittsreferat.
Prävention vor Therapie lautet der Aufruf an Tanzschaffende.
Der Vortragsraum am Institut für Spiraldynamik an der Privatklinik
Bethanien war bis auf den letzten Stehplatz besetzt. Liane Simmels
Name ist in Fachkreisen international bekannt und in der Tanzmetropole
Zürich wird die Ärztin, Ostheopathin, Tänzerin
und Choreographin mit offenen Armen empfangen: Fachärzte
für Tanz sind gesamtschweizerisch extrem dünn gesät,
obschon Nachfrage und Notwendigkeit gross sind. Tänzer sind
in erster Linie Künstler, und gleichzeitig auch Leistungssportler,
oft Hochleistungssportler. Ihre Karriere steht und fällt
mit der Gesundheit, und die wird auf der Suche nach der perfekten
Bewegung täglich stundenlang auf die Probe gestellt. In ihrem
Referat "Das Turn-out - die Crux des Tanzes" ging Liane
Simmel ganz direkt auf die gesundheitlichen Risiken tänzerischer
Höchstleistung ein. Sie verband medizinisches und tänzerisches
Fachwissen auf verständliche Art, indem sie gezielt und ab
und zu auch schalkhaft Sinn und Unsinn alteingesessener Korrekturanweisungen
in Ballettsälen aufzeigte.
Bewegungsqualität durch Know-how
Besonders im Visier hatte sie dabei die schon traditionelle Anweisung
"fester Po" und erklärte den Energieverschleiss
und drohende Langzeitschäden einer überaktiven Gesässmuskulatur
bei Tänzern. Verständlich, wissenschaftlich und amüsant
führte Liane Simmel ihr Publikum durch die Anatomie und vermittelte
gleich noch praktische Check-up-Methoden für das tägliche
Training. Im Anschluss an ihr Referat setzte die Tänzerin
und Tanzpädagogin Andrea Stocklin, Physiotherapeutin am Institut
für Spiraldynamik, die Informationen der Tanzmedizinerin
direkt mit dem Publikum in praktischen Übungen um. Die Präsentation
zeigte, wie das Zusammenwirken von Tänzern, Ärzten und
Therapeuten eine vertiefte, präzisierte Bewegungswahrnehmung
und -führung ermöglicht. Eine präventive, wirkungsvolle
Strategie gegen Verletzungen und Abnützungserscheinungen,
welche eine Karriere behindern oder gar abrupt beenden. Das Institut
für Spiraldynamik an der Privatklinik Bethanien baut mit
Liane Simmel und Andrea Stocklin das Präventions- und Therapie-Angebot
mit ärztlicher Konsultation, Physiotherapie und Trainingsberatung
für Tanzschaffende und Tanzpädagogen aus.

Liane Simmel, Ärztin (links im Bild) und Andrea Stocklin,
Physiotherapeutin, präsentierten ihre Präventions- und
Therapiemethoden für Tanzmedizin am Institut für Spiraldynamik
in Zürich.
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