Rubrik: Portrait
Willi Schneider: Zwischen östlichen und westlichen Körperwelten
Eigentlich war er Bankkaufmann. Willi Schneiders Karriere verlief dann ganz anders: Menschen statt Konten stehen heute im Zentrum. Zusammen mit Dr. med. Christian Larsen veröffentlichte er vor zwei Wochen eine Symbiose zwischen aktiven und passiven Massagetechniken: Die Spiraldynamische Körperarbeit – oder 3D-Massage.
Willi Schneider wurde 1958 in Vilsbiburg Niederbayern geboren. Nach Abschluss einer Ausbildung zum Bankkaufmann war sein Weg klar vorgezeichnet, wäre er nicht zu einer Reise nach Indien aufgebrochen, die ihn zu völlig anderem inspirierte. Er verließ die Sicherheit der Bank und begann seine „Wanderjahre“: Mit seiner Frau pendelte er zwischen Ost und West, leitete mal ein Fahrradfachgeschäft in Deutschland, verdiente sich sein Geld als Reiseleiter in Neuseeland, bereiste Indien, Nepal, Süd-Ost-Asien und Ozeanien. In Thailand dann der Meilenstein: Willi Schneider geriet in die Hände eines traditionellen Thaimasseurs, der ihn sprichwörtlich „tief beeindruckte“. Diese Begegnung gab seinem Leben eine neue Richtung: Den menschlichen Körper zu verstehen, Menschen das Geschenk des Wohlbefindens weitergeben zu können.
Er legte sein berufliches Fundament mit der Ausbildung zum Masseur und zum Physiotherapeuten in Deutschland. Wieder in Asien erlernte er die traditionelle Thaimassage und wurde Qi Gong Lehrer. Es folgte die Ausbildung zum Nowo Balance Therapeuten in der gleichnamigen Klinik am Tegernsee, die in Sachen Alternativmedizin wie auch Bewegungstherapie neue Wege ging. Dort traf er mit vielen Persönlichkeiten wie dem Naturwissenschaftler Ruppert Sheldrake, dem Meditationslehrern Bede Griffith und Pater Lassalle zusammen. Als Highlight bezeichnet Willi Schneider die Zusammenarbeit mit dem Geiger und Komponisten Lord Yehudi Menuhin.
Auf der Suche nach ganzheitlichen Bewegungskonzepten stieß Willi Schneider auf die Spiraldynamik: Endlich erhielt er Antworten auf seine unzähligen Fragen über die Funktionsweise des menschlichen Körpers, über die großen Zusammenhänge. Mit der Naturwissenschaftlerin und Spiraldynamikerin Danièle Claude Martin erweckte er München aus dem „spiraldynamischen Dornröschenschlaf“. Dort finden seit 2005 wieder regelmäßig Einführungskurse, Basic-Lehrgänge und Fortbildungen statt.
Das Thema für seine Diplomarbeit zum Dozenten der Spiraldynamik wurde ihm sozusagen in die Hände gelegt: Dr. med. Christian Larsen hatte die Idee, Spiraldynamik und Massage in einem Kurs zu verbinden: Da hatten sich die richtigen Zwei gefunden, die 3D-Massage war geboren. Der erste einwöchige Speziallehrgang fand 2005 in Thailand statt und wird nun im Rahmen der Aus- und Weiterbildung jährlich in Deutschland angeboten. Mit dem Lehrbuch samt dazugehörender einstündiger DVD erhält die Ausbildung ein grundlegendes Lehr- und Lernmittel. Für Bewegungsschaffende und Therapeuten vermittelt die DVD 56 konkrete Einblicke in die Faszination und Technik dreidimensionaler Körperarbeit.
Christan Larsen/Willi Schneider: Spiraldynamische Körperarbeit, Hands-on Techniken der 3D-Massage, Thieme Verlag 2007
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Bea Miescher
23. Mai 2007
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