Spiraldynamik ist die Kunst und Wissenschaft der anatomisch richtigen Bewegung
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Rubik: Event

Dalai Lama:  Ein wissenschaftlicher Brückenschlag


Das Auditorium maximum ist zum Bersten voll. Freundlich lächelnd blickt mir der Dalai Lama von der Großleinwand entgegen. Eine Live-Diskussion mit Wissenschaftlern der Uni Zürich über die Neurobiologie des Lebens.  

Das erste Aha-Erlebnis kam für mich gleich am Anfang, mit dem Einführungsreferat des Dalai Lama: Der tibetanische Buddhismus besteht aus drei Elementen – Wissenschaft, Philosophie und Übungspraxis. Zuerst die Wissenschaft. Das Studium der subjektiven wie objektiven Realitäten dient dazu, das Leben und das Mensch-Sein besser zu verstehen. Die westliche Wissenschaft verfolge überaus erfolgreich sehr ähnliche Ziele. Der Osten könne hier viel vom Westen lernen. Tibetanische Mönche studieren heute neben den alten Schriften auch wissenschaftliche Publikationen.

Wie wissenschaftliche Erkenntnisse für den Menschen nutzbringend umgesetzt werden können, ist eine Frage der Philosophie. Im Persönlichen wie im Gesellschaftlichen. Der Buddhismus blickt hier auf eine tausendjährige Tradition zurück, die „vielleicht für den Westen nicht uninteressant sei“. Angesichts der aktuellen westlichen Herausforderungen von Atom, Gen und Nano ein wahres Wort!

Dritter Eckpfeiler: Die Praxis, das tägliche Üben, das individuelle Ringen um „inneren Frieden“. In die Sprache unserer Breitengrade übersetzt heißt das: Gleichgewicht, Stressmanagement, Work-Life-Balance – andere Worte mit ähnlichen Inhalten. Der Dalai Lama erwähnt mit seiner schon fast sprichwörtlichen Bescheidenheit noch einmal die Jahrtausende alte Tradition auf dem Gebiet der persönlichen Transformation.

So klar und einfach ist das also, denke ich still. Die Wissenschaft findet heraus wie die Dinge funktionieren. Die persönliche Philosophie entscheidet, welches Potenzial ich wann erkennen und wie umsetzen möchte. Das intelligente Üben im Alltag führt zum Erfolg.  

Für einen Moment fühle ich mich um zwanzig Jahre in die Vergangenheit zurück versetzt. Damals reiste ich während Monaten durch das tibetanische Hochland – Berge, Klöster und Menschen; die Herzen offen, der Himmel zum Greifen nah. Meine Gedanken floaten, kehren kurz zurück in den Hörsaal, wechseln zu meinem persönlichen Arbeitsgebiet – Medizin und Bewegungsintelligenz. Und nochmals in die Vergangenheit, diesmal zu den Anfängen der Spiraldynamik. Mit unseren Forschungsarbeiten sind wir exakt diesen Weg gegangen! Die Funktionsweise des Bewegungssystems erforschen, die Erkenntnisse konkret nutzbar machen, Potenziale individuell definieren, Eigenverantwortung fördern und fordern, die Integration in den Alltag als Schlüsselübung. Jetzt kann ich die drei Etappen klar benennen und ordnen: Veränderung bedingt Erforschen, Entscheiden und Üben. Die Spiraldynamik als junges medizinisch-therapeutisches Konzept knüpft hier dankbar an eine altbewährte Tradition von Wissenschaft, Philosophie und Übungspraxis an.

Christian Larsen

22. August 2005

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