Rubrik: Ausprobiert
Johannes Bekic: Wie ein Arzt Spiraldynamik entdeckt
Dr. med. Johannes Bekic war Oberarzt für Orthopädie und Traumatologie an einem Kantonspital. Er schildert seinen ersten Kontakt zu Spiraldynamik und zieht Schlüsse für die Zukunft.
Vor einem Jahr hörte ich erstmals von der Spiraldynamik. Als Orthopäde interessiere ich mich besonders für Beschwerden von Hüfte, Knie und Fuß. Ich bekam die Gelegenheit, einen Tag lang Dr. med. Christian Larsen bei seiner Arbeit am Med Center Zürich über die Schulter zu sehen:
Die erste Patientin ist 22 Jahre alt und beklagt im Frühjahr 2006 erstmals aufgetretene rechtsseitige Knieschmerzen, welche ohne fassbare Ursache entstanden sind. Bereits nach kurzer Gehstrecke sind die Beschwerden so stark, dass die Patientin ihre sportlichen Aktivitäten beenden musste. Bergauf und bergab kann sie schmerzfrei nur noch hundert Meter zurücklegen.
Die Patientin hat bereits mehrere Ärzte besucht. Die radiologischen Untersuchungen einschließlich MRI waren unauffällig und haben keinen Hinweis für Fraktur, Knorpelschaden, Bänder- oder Meniskusriss ergeben. Schmerztabletten und eine entzündungshemmende Salbe haben ebenso wenig Linderung gebracht wie eine Infiltration mit Kortison und die intensiv durchgeführte Physiotherapie.
Wie ist das alles zu erklären? Weshalb haben die Beschwerden auf die zahlreichen Therapieversuche nicht angesprochen?
Die Patientin berichtet, wann die Schmerzen zu- und abnehmen und wie sich dies auf verschiedene Tätigkeiten auswirkt. Dr. Larsen stellt einige gezielte Zusatzfragen und untersucht anschließend den Bewegungsapparat von Kopf bis Fuß, einschließlich Kniegelenke. Die unteren Extremitäten sind einwärts gedreht, wodurch eine X-Beinstellung resultiert. Unter Belastung, etwa beim Hüpfen auf einem Bein, nimmt diese deutlich zu, das Knie knickt nach innen weg, ebenso der Fuß.
Abschließend erfolgt die elektronische Vermessung der Wirbelsäule. Dazu wird ein Art Computermaus über den Rücken geführt und die Beweglichkeit beim Beugen und Strecken erfasst. Danach folgt die Analyse auf einer
Fuß-Druckmessplatte. Der Computer stellt die Messwerte beider Untersuchungen anschaulich als Graphik sowie in Tabellenform dar: Am Fuß zeigen sich erhöhte Druckwerte und eine Überlastung des inneren Fußgewölbes. Am Ende der einstündigen Konsultation erklärt Dr. Larsen der Patientin die Resultate der klinischen Untersuchung und Messungen: Die Außenrotatoren des Hüftgelenkes kommen ihrer Aufgabe zu wenig nach, sodass sich die Beine zu stark einwärts drehen. Das Knie gerät damit in eine X-Beinstellung, wodurch die Weichteile an der Innenseite überdehnt und schmerzhaft werden.
Um die Beinachse durch Aktivierung der Außenrotatoren zu verbessern, erhält die Patientin den Rat, Spiraldynamik-Therapie durchzuführen. Dr. Larsen kann die Patientin dafür gewinnen, anlässlich einer Ärztefortbildung als typische Patientin vorgestellt zu werden. Drei Wochen später findet der Kurs vor einem interessierten Publikum aus der Schweiz, aus Deutschland und aus Österreich statt. Frau E. schildert ihre Leidensgeschichte anschaulich und berichtet, dass sie mit der empfohlenen Therapie begonnen habe. Sie erzählt, dass sie seit der zweiten Sitzung beschwerdefrei ist. Die Überraschung ist groß!
Was lässt sich aus dieser Geschichte lernen?
- Es lohnt sich, dass sich der Arzt für jeden Patienten genügend Zeit nimmt. Die Erhebung der Vorgeschichte und eine genaue Untersuchung der funktionellen Zusammenhänge sind unabdingbare Voraussetzungen für seriöse Problemanalyse und effiziente Therapieplanung.
- Arzt und Therapeut wollen am gleichen Strick ziehen. Das Konzept der Spiraldynamik erleichtert eine derartige Zusammenarbeit sehr, da beide Seiten die gleiche Sprache sprechen!
Dr. med. Johannes Bekic
26. März 2007
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