Spiraldynamik ist die Kunst und Wissenschaft der anatomisch richtigen Bewegung
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Rubrik: Ausprobiert

Die vibrierenden Wunderplatten halten Einzug in Europas Fitnesstempeln und Therapiezentren. Barfuss drauf stehen, einschalten und fertig ist das perfekte 5-Minuten-Krafttraining - ohne Schweiß und Anstrengung, einfach auf Knopfdruck. Wir haben es ausprobiert. Das Fazit: Vorsicht mit den Power-Vibs.

Power Plate hieß die erste. Inzwischen revolutionieren die vibrierenden Platten und Wippen die Fitness- und Therapiebranche. Die Werbung verspricht Trainingserfolg auf Knopfdruck, schnellen Muskelaufbau, mehr Kraft und Beweglichkeit, große Zeitersparnis und natürlich eine schlanke Linie. Entwickelt wurde die Trainingstechnologie der Zukunft in Russland mit russischen Kosmonauten, den Weltrekordhaltern im schwerelosen Raum. Konventionelle Krafttrainingsgeräte versagen im Weltall: Gewichte ohne Schwerkraft bleiben wirkungslos. Die clevere Entdeckung des Vibrationstrainings ermöglicht einen Ausweg und basiert auf einem Urprinzip der Bewegung – der Schwingung. Spannt sich ein Muskel maximal an, beginnt er automatisch zu zittern. Wahrscheinlich kennen Sie dieses Anstrengungszittern aus eigener Erfahrung. Der vibrierenden Platte gelingt es, genau dieses Zittern vorzutäuschen. Gehirn und Muskeln registrieren maximale Arbeit. Die biologische Antwort erfolgt prompt und lautet: Muskelaufbau für Kraftzuwachs.

Drei Kriterien kennzeichnen „natürliches“ Krafttraining:

1. Der trainierte Muskel ist stark angespannt.

2. Die Schwingung durchläuft den Muskel in Längsrichtung.

3. Die Frequenz des Zitterns liegt zwischen 5-12 Impulsen pro Sekunde.

Ganz anders viele vibrierende Platten: Je nach Stellung und Belastung werden die Muskeln quer statt längs getroffen. Wer mit gestreckten Beinen auf der Platte steht oder gar drauf sitzt, baut kaum Muskelspannung auf. Die Power-Vibrationswellen treffen auf empfindlichen Gelenkknorpel statt auf angespannte Muskeln. Bei vielen Geräten wird die Frequenz durch den Wechselstrom mit 55 Herz bestimmt und lässt sich nicht stufenlos regulieren. Das ist jenseits jedes natürlichen Reizes und nicht ungefährlich! Die Arbeitsmedizin kennt eine lange Reihe Krankheiten, die durch schädigende Vibrationen hervorgerufen werden. Denken Sie etwa an einen Presslufthammer. Bei bestehenden Schäden des Bewegungssystems wie Abnützung von Gelenken oder Bandscheiben ist besondere Vorsicht geboten. Suchen Sie Positionen, in welchen die Schwingung tatsächlich dem angespannten Muskel entlang wandert. Zudem muss die Frequenz stufenlos regulierbar sein! Experimentieren Sie mit niedrigen Frequenzen. Schwingung wirkt, genau wie die Klänge der Musik, immer individuell und Frequenz spezifisch. Jeder Ton ist anders, jede Schwingung wirkt anders. Versuchen Sie, die für Sie optimale Frequenz herauszufinden. Schneller und intensiver heißt hier nicht unbedingt gesünder.

Dr. med. Christian Larsen

Dezember 2004

 

 

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