Spiraldynamik ist die Kunst und Wissenschaft der anatomisch richtigen Bewegung
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Rubrik: Bewegungslernen

Robotik: Ersetzen Roboter bald unsere Therapeuten?



Der hoch dekorierte Ingenieur Prof. Robert Riener präsentierte am Spiraldynamik-Kongress 07 Therapieroboter, die fast beliebig programmiert werden können. Den anwesenden Physiotherapeuten schwante Ungemach, vorerst:

Prof. Dr. Robert Riener vom Sensory Motor System Lab der ETH und der Uni Zürich schuf am Spiraldynamik-Kongress 07 unerwartete Bezüge zu spiraldynamischen Berufsbildern – bei Leibe nicht nur erheiternde: Mit den Therapie-Robotern Armin und Lokomat stellt sich die bange Frage: Werden Physiotherapeuten nun - wie in der Auto- oder Verpackungsindustrie längst geschehen - durch Roboter wegrationalisiert? Wenn ja, ist das für Spiraldynamik in philosophischer Hinsicht in Ordnung? Und fachlich: Haben Lokomat und Armin die spiralige Verschraubung der Extremitäten im Griff bzw. im Programm?

Zu Punkt 1: Werden Therapeuten wegrationalisiert?

Die Frage ist mehr als begründet: Es scheint, dass auch in der Bewegungstherapie Maschinen Menschen teilweise ersetzen werden. In wie weit der Therapeut zum Programmierer wird, ist schwer abzuschätzen. Vermutlich wird es sich in ähnlichen Bahnen bewegen wie in administrativen Belangen: Vor 15 Jahren wurden wir mit elektronischen Zeiterfassungsprogramms und Krankengeschichten erschreckt. Nach anfänglicher Skepsis, die bis zu standhafter Abwehr gehen konnte, ist die Elektronik heute ein Hilfsmittel, das beherrscht wird und das man nicht mehr missen möchte. In diesem Sinne ist es auch in der Therapie-Robotik gut zu wissen, was die Zukunft in etwa bringen wird. Im besten Fall Therapieoptimierung und Arbeitserleichterung statt Job-killing.

Zu Punkt 2: Maschinen können Menschen nie ersetzen

Diese Regel stimmt definitiv nur zum Teil, denn bereits zieht die Psychotherapie nach: Altersdepressionen werden in Japan bereits mit Robotern in Form von elektronischen Kuschel-Robben therapiert – erwiesenermaßen erfolgreich! Solange die demografische Entwicklung so zum Guten abgefedert werden kann (zu wenige Geriatrie-Therapeuten im Vergleich zur markant steigenden Alterserwartung) ist nichts gegen technische Hilfsmittel in Form von Knuddel-Robben einzuwenden, solange es eine Ergänzung zur menschlichen Betreuung ist. Das Kriterium muss die nachweisliche Steigerung der Lebensqualität im letzten Lebensabschnitt der zu betreuenden Personen sein.

Zu Punkt 3: Wie spiraldynamisch clever sind die Roboter?

Die Zusammenarbeit zwischen Spiraldynamik und dem Sensory Motor System Lab der ETH und der Uni Zürich steht erst am Anfang, die Erwartungen der beiden Wissenschaftler Prof. Robert Riener und Dr. Christian Larsen sind bezüglich gegenseitiger Motivation und Knowhow-Austausch groß. Ob und wie Spiraldynamik in die Technik der Therapie-Maschinen einfließen wird, bleibt mit Spannung abzuwarten: Denn diese Aspekte wurden bisher nicht berücksichtigt. Grund: Sie waren bisher noch schlicht und einfach unbekannt! Beide Forscher sind bekannt für interdisziplinäre Arbeit und Inspiration. Da stehen uns spannende Zeiten bevor!

Mehr zu Prof. Dr. Robert Riener:
http://www.spiraldynamik.com/ns0070_portrait_200707_rriener.htm

Bea Miescher
18. November 2007



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