Rubrik: Bewegungslernen
Kinderschuhe: Betretenes Schweigen oder aktives Handeln?
Angesichts der Studienresultate herrscht Betretenheit: Schuldgefühle sind aber so fehl am Platz wie Nichtstun. Das Problem Kinderfüße kann man nicht nur falschen Latschen „in die Schuhe schieben“!
Hand oder eben Fuß aufs Herz – mit den unpassenden Kinderschuhen ist es ähnlich wie mit dem Klimawandel: Man hätte es eigentlich schon lange merken sollen – die unbequeme Wahrheit. Mit Schuldgefühlen ist nun niemandem geholfen. Schon gar nicht den geplagten Kinderfüßen. Und Schuhe sind nicht alleinige Verantwortliche für Fußprobleme: Die Macht der Gene und fehlendes Know-how spielen entscheidende Rollen. Rund ein Drittel der Fußprobleme dürfen wir den Genen in die Schuhe schieben. Ein weiteres Drittel ist Gewohnheitssache, also „antrainierte“ Haltungsfehler – und die lassen sich Verändern. Mit gutem Schuhwerk und Knowhow kann genetischer Veranlagung Paroli geboten werden!
Eigenverantwortung ist angesagt. Es wird noch einige Zeit dauern, bis sich Verantwortliche in Schulunterricht und Gesundheitswesen mehr um Bewegungs-Qualität als um Quantität bemühen. Sport und mehr Bewegung sind angesagt – Stoppuhr und Messband sind die Maßeinheiten. Hauptsache weit, viel und schnell. Kalorienumsatz und Pulstraining stehen im Vordergrund. Qualität bleibt oft auf der Strecke. Schwimmen im Holkreuz, Laufen mit X-Beinen, Volleyball mit Knickfüssen. Gut, aber unvollständig: In einer Zeit, in der die Menschen größer, schwerer und älter werden, ist Bewegungsqualität eine immer wichtigere Kompetenz. Das gilt nicht nur für Kinder – lebenslanges Lernen für Geist, Seele und Körper sind angesagt: Auf dass wir uns alle zu ehrwürdigen, mobilen Oldtimern entwickeln!
Kinderfusskurse >> www.fuss-schule.info
Fuß- und andere Kurse für Erwachsene >> http://www.spiraldynamik.com
Bea Miescher
21. Januar 2007
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