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Rubrik: Bewegungslernen Wintersport: Fit für die Skisaison?
Der Winter steht direkt vor der Tür, die Skier werden gewachst, die Klamotten sortiert. Aber wie steht es mit der körperlichen Verfassung?
Die meisten Unfälle auf der Piste passieren nachmittags. Kondition und Konzerntrationsfähigkeit lassen nach, das Unfallrisiko steigt überproportional. Die meisten Skifahrer würden sich im Alltag nie solche körperlichen Strapazen antun. Wer wippt schon in der Abfahrtshocke im Büro auf und ab? Wer weicht mit einer galanten Seitbewegung im Sekundentakt entgegenstürmenden Passanten aus? Genau dieser Situation sind wir auf der Piste ausgesetzt. Höchstarbeit für Nervensystem und Muskulatur.
Anforderungen sind gestiegen
Um die Muskulatur und das Herz-Kreislauf-System vor dem Skiurlaub in Schwung zu bringen, sollte mit dem Training mindestens 6, besser 9 bis 12 Wochen vorher begonnen werden. So kann sich der Körper den gestellten Belastungen durch Leistungssteigerung anpassen. Dies tut in doppelter Hinsicht Not: In den letzten Jahren hat sich das Material massiv verändert. Studien beweisen, dass Knieverletzungen und deren Schweregrad durch Carving-Skis zunehmen. Die gesteigerte Standhöhe und ausgeprägte Taillierung setzen stärkere Kräfte frei. Die müssen vom Bewegungssystem abgefangen und insbesondere von der Muskulatur um das Knie herum kompensiert werden. Schlappe Muskeln schaffen diese Anforderung nicht.
Clever trainieren, Gelenke schützen
Auch für die Skigymnastik gilt: das Kugelgelenk ist die Hüfte, nicht das Knie! Viele Übungen müssen kritisch hinterfragt werden. Der so genannte „Spitzendreher“, bei dem man während der Sprunglandung wechselseitig die Fußspitzen und Knie zueinander und voneinander weg bewegt, lässt die ungünstige Belastung auf die Kniegelenkstrukturen bereits erahnen! Lassen Sie sich ruhig durch Telegymnastik und Co inspirieren. Achten Sie aber konsequent auf korrekte Beinachsen – egal ob bei Einbeinstand, Kniebeugen oder bei Wechselsprüngen. Das Kniegelenk funktioniert unter Belastung wie ein Scharnier. Die Bewegungsrichtung muss immer längs über den Fuß laufen. Ob der Oberschenkel dabei gerade nach vorn oder im Hüftgelenk nach außen gedreht ist, spielt keine Rolle. Ski alpin ist eine Risikosportart für Arthrose. Rhythmische Ausgleichsbewegungen ohne hohe Impulsbelastung wie Skilanglauf oder Schwimmen sind empfehlenswert. Bei vorhandenen, nicht akuten Verletzungen des Kniegelenks wie beispielsweise einem Meniskusschaden, wirkt eine Orthese, eine Manschette, stabilisierend. Die Muskulatur spricht durch die Kompression nachweislich besser an und das sichere Körpergefühl bietet psychische Entlastung.
Gut vorbereitet in die Skisaison bedeutet mehr Spaß und weniger Unfallrisiko. Viel Spaß im Schnee !!
Oliver Hartelt 9. Dezember 2005
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