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Rubrik: Medizin

Kann denn „Schoggi“ Sünde sein?


In der  Wartezone des Spiraldynamik Med Centers in Zürich werden für Kunden und Patienten nebst Früchten und frisch gewaschener Luft auch Schokolade und Kaffee angeboten. Neuste Studien räumen mit der Verunglimpfung der vermeintlichen zartbitteren Sünden tüchtig auf:

Kaffee: weltweit heiss getrunken, geliebt und ebenso diskutiert. Das aktuelle wissenschaftliche Urteil: Freispruch auf ganzer Linie! Die bisherigen Verdikte „Kaffee erhöht den Blutdruck“, „Kaffee steigert das Herzinfarktrisiko“, „Kaffee wirkt Harn treibend und damit austrocknend“ gelten als widerlegt. Ein bis zwei Tassen stimulieren das Gehirn; das  Konzentrationsvermögen ist besser und hält länger an, die Reaktion wird schneller. Und die Krönung: Kaffee belebt das Sexualleben. Negative Nebenwirkungen auf Muskelkoordination, Stoffwechsel oder Herzkreislauf können nicht nachgewiesen werden. Dem Kaffee wird neuerdings – den Polyphenolen der Kaffeebohne sei dank – gar eine gewisse Schutzwirkung vor Diabetes und Bluthochdruck bescheinigt.

Schokolade: Jahr ein Jahr aus wurde nicht nur den Schweizern ihre „Schoggi“ madig gemacht! Nun mausert sie sich von der süssen Sünde zum Anti-Aging oder gar zum medizinischen Heilmittel. Dank den Flavanoiden, den natürlichen Antioxidantien, die es in der schwarzen Schokolade reichlich gibt. Schokolade als natürlicher Radikalenfänger schützt die Gefässe, senkt den Blutdruck, schützt vor Diabetes (durch verbesserte Insulin-Sensitivität), beugt der Thrombozyten-Verklebung vor und fördert die Nierenfunktion – so das aktuelle Spektrum der positiven Wirkungen von Schokolade. Schwarz muss sie sein, mit hohem Kakaoanteil, wenig Zucker, möglichst ohne industrielle Verarbeitung und natürlich massvoll genossen!

Obst und Frischgemüse waren schon immer gesund, besonders Äpfel. Die EPIC Studie (European Prospektive Investigation into Cancer and Nutrition) bringt es auf den Punkt: In zehn Ländern wurde eine halbe Million Menschen auf ihre Ernährungsgewohnheiten und die Entstehung von Krebs untersucht. Das Fazit: Jeder dritte Krebs wird durch Ernährung (mit-)bedingt. Viel Obst und Gemüse allein vermögen die Krebsentstehung nicht zu verhindern. Eine ballaststoffreiche, Obst- und Gemüse reiche Kost gilt aber als Schlüsselbeitrag für die individuelle Krebsprävention. Den Ployphenolen – den natürlichen Radikalenfängern – sei dank. Mehr darüber um Internet, z.B. unter http://www.cancer.ch/darmkrebs_nie/pdf/statement_kls_d.pdf

Luft: Im Winter ist sie draussen bitterkalt und drinnen knochentrocken. Kalte Luft von draussen wird drinnen via Zentralheizung auf heimelige bis tropische Wohlfühl-Temperatur aufgewärmt. Der Temperatursprung hat seinen Preis, die (relative) Luftfeuchtigkeit sinkt Richtung absoluten Nullpunkt. Die bekannten Folgen: trockene Haut und Schleimhäute und Reizhusten. Speziell Kinder, Allergiker und ältere Menschen sind empfindlich. Luftbefeuchter haben Hochkonjunktur: Wasser wird verdunstet, verdampft oder mit Hilfe von Ultraschall zerstäubt. Der Rolls Royce aller Luftbefeuchter ist eine Luftwaschanlage. Hier wird die Luft nicht nur optimal befeuchtet sondern gleich noch gewaschen – im Winter von Staub, im Sommer von Pollen.

Christian Larsen

27. Januar 2006

 

 



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