Durch die Kamera in die Seele schauen

Spiraldynamik® Portrait: Claudia Larsen - Frauenfotografin

portrait| Durch die Spiraldynamik® lernt die Fotografin Claudia Larsen, sich in ihrem eigenen Körper zuhause zu fühlen. Durch die Kamera gibt sie ihre Erfahrung an andere Frauen weiter und hilft ihnen so zu einem selbstbewussten Auftritt.

Von innen heraus schön wirken
1994 lernt Claudia Larsen ihren späteren Mann Christian Larsen, den Mit-Begründer der Spiraldynamik®, kennen. Durch ihn wird ihr bewusst, dass sie zwar „super sportlich und mit perfekter Kleidergröße“ durchs Leben geht, aber keine echte Verbindung zu ihrem Körper hat. Da sie immer hohe Schuhe trägt, hat sie bereits einen Hallux entwickelt. „Ich war nicht bereit, meine hohen Schuhe aufzugeben, nur weil ich in die Spiraldynamik®-Welt eingestiegen war. Stattdessen habe ich gelernt, meine Füße anders zu belasten und zu Hause barfuß zu laufen. So ist mein Hallux verschwunden und ich bin mir sicher, dass er auch nicht wiederkommen wird.“ Zeitgleich mit der eigenen Lernerfahrung wird ihr bewusst, welch großen Einfluss die Körperhaltung auf die Außenwirkung hat: „Es gibt viele Frauen, die Unsummen in ihre Schönheit investieren, sich aber falsch halten und damit die Möglichkeit verschenken, von innen heraus schön zu wirken.“

Wie eine Schildkröte...
Als Fotografin weiß Claudia Larsen, dass ein gutes Bild mehr als tausend Worte sagt. Damit überzeugt sie schließlich Christian Larsen, Bücher zum Thema Haltung für visuelle Menschen zu kreieren. Damit stand die Reihe „Look@Yourself“. Hier kann man auf einen Blick erkennen, welch Riesenunterschied eine veränderte Kopf- oder Beinhaltung auf die optische Wirkung macht. Die Bücher ziehen das Interesse der Medien auf sich und Claudia Larsen wird zu den Münchner Filmfestspielen „Movie meets media“ eingeladen – Haltungsanalyse der Promis vor laufender Kamera. Den meisten Promis allerdings ist diese ungefragte Haltungsanalyse unangenehm – kein Wunder kann ein Fachmann mit einem kurzen Blick auf die Haltung Rückschlüsse auf Verhaltensweisen und teilweise auch tiefere seelische Vorgänge ziehen. Wer mit seiner Geliebten im Arm gesagt bekommt, dass er den Kopf „wie eine Schildkröte in Schutzhaltung eingezogen“ habe, dessen Feierlaune sinkt schnell unter den Gefrierpunkt.

„Es ist mir wichtig, dass ich den Menschen mit Respekt und Liebe begegne.“
Auch deshalb bevorzugt Claudia Larsen die geschützte Atmosphäre in ihrem Fotostudio. Mit jedem Fotoshooting coacht sie ihre Kundinnen gleichzeitig in Bezug auf eine koordinierte Körperhaltung und auf natürlichen Ausdruck. Viele Fotografen orientieren sich an den Bildstrecken in den Mode-Magazinen. Häufig sind die Frauen dort aber mit Rundrücken in unterwürfigen Posen abgebildet. „Doch ein Rundrücken ist unter anderem nicht sehr vorteilhaft für den Busen. Mir ist es wichtig, dass die Frauen in ihrer natürlichen Schönheit rüberkommen – selbstbewusst, weiblich, gesund und koordiniert.“ Besonders schwangere Frauen können ihre ganz eigene Schönheit haben. Bei diesen häufig nachgefragten Shootings sind Hohlkreuz und Rückenschmerzen oft ein Thema. Und auch hier macht die Körperhaltung den entscheidenden Unterschied: „Wenn das Becken aufgerichtet wird, tragen sie das Kind unter dem Herzen.“

„Ich geniesse es eine Frau zu sein.“
"Das Fotostudio für Frauen habe ich 1999 gegründet, weil ich die Frauen ins Rampenlicht stellen möchte. Sie sind es die unter Schmerzen Kinder gebären, den Männern den Rücken freihalten und als Hausfrau und Mutter vierundzwanzig Stunden im Einsatz sind. Frauen stützen unsere Gesellschaft durch ihr soziales Engagement und werden dafür kaum gewürdigt. „Mein Ziel ist, dass die Frauen sich nach dem Shooting gut und schön mit ihrem Körper fühlen, so wie die Schöpfung sie gemacht hat. Sie sollen genau wissen, wie sie sich stellen und posieren können, wenn sie in Zukunft privat fotografiert werden.“ Während sie das erzählt, strahlt sie tief aus ihrem Inneren heraus: „Es macht einfach Spaß, eine Frau zu sein. Genau dies kann und will ich den Frauen, die von mir fotografiert werden übermitteln.“

Thilo Keller
27. Juni 2012