Walter Schneider: auf die sanfte Tour zur Fitness

Patientenportrait: Walter Schneider

patientenportrait Die Leistungsgesellschaft will Power sehen! Das Nickerchen wird zum Power-Nap, fernöstliche Entspannung zum Power-Yoga. Der gemütliche Schwatz hat dem Power-Talk Platz gemacht, doch der wirklich Weise geht es anders an:

Walter Schneider hat es weit gebracht. Er blickt auf eine erfolgreiche Berufskarriere zurück und bereitet sich nun im Rahmen eines geordneten Rückzuges auf die Pensionierung Mitte Jahr vor. Das macht er nach dem bewährten Walter-Schneider-System: mit Bedacht das Richtige wählen und durchziehen. So geht das!

Berufskrankheit Sitzen
Es ist ein Kreuz mit der Berufskarriere. Je grösser der Erfolg desto eingeschränkter die Bewegung. Karrieremenschen sind oft förmlich an den Schreibtisch gefesselt. Auf Geschäftsreisen ist wieder Sitzen angesagt, in Autos, Meetings, Flugzeugen, an Lunches und Dinners. So ging es auch Walter Schneider. Die Hüften begannen zu schmerzen, nach einem Sturz kamen Knieschmerzen dazu und schließlich quälende Kreuzbeschwerden, die dem gestandenen Mann schon bei kurzen Gehstrecken die Tränen in die Augen trieben. Er fühlte sich scheußlich – der Arzt diagnostizierte Hüftarthrose und einen Bandscheibenvorfall. Mit einem Gelenksersatz wurde die Hüfte umgebaut, den Rückenbeschwerden wurde mit chemischen Injektionen zu Leibe gerückt und die Physiotherapie erreichte mit Massagen vorübergehende Erleichterung der Symptome, aber keine Beseitigung der Ursachen.

Tipp über den Gartenzaun
Walter Schneider fühlte sich alt und übergewichtig – und das weit vor der Pensionierung. Pillenschlucken war angesagt. „Hör auf mit den Medikamenten“ riet sein Nachbar, „mach Spiraldynamik, das nützt.“ Walter Schneider nahm den Tipp an, denn sein Nachbar ist fit wie ein Turnschuh, und so meldete er sich am Spiraldynamik Med Center Zürich für einen Arzt-Termin an. „Das war eine Offenbarung, so etwas habe ich noch nie erlebt: Geschlagene 90 Minuten nahm sich Dr. Konrad für mich Zeit,“ erzählt der Trainings-Spezi in spe: „Zudem ist Dr. Konrad ein sehr guter Zuhörer. Er checkte mich durch von Kopf bis Fuß und erklärte mir haarklein und verständlich seine Befunde.“ Kein Bandscheibenvorfall – aber Abnutzung diverser Bandscheiben durch Fehlbelastung und Alter. Wegspritzen und wegoperieren geht nicht – trainieren statt operieren war angesagt. Die ärztliche Dokumentation sprach Klartext, sowohl bei der Diagnose als auch später beim dokumentierten Fortschritt:

Von Grund auf richtig
60 Jahre Fehlbelastung, davon 30 unter erschwerten Bedingungen: Keine einfache Aufgabe für den Physiotherapeuten Joachim Altmann. „Ich entschied mich, im Zentrum anzufangen,“ schildert der Trainingsleiter am Med Center Zürich seinen Trainingsplan. Und genau da war das erste Problem. „Ich sollte mein Becken bewegen – aber wie?“ Walter Schneider hatte das noch nie bewusst getan, verschob den Bauch, wackelte mit dem Gesäß, knickte die Hüften - aber des Becken als solches, das ging nicht, es war blockiert, seit Jahren. „So erklärten sich sowohl die Hüft- als auch die Rücken- und Knieprobleme,“ erklärt Joachim Altmann: „Kann das Zentrum nicht ins Lot gebracht werden, geht es nach oben und unten los mit dem Rattenschwanz unerfreulicher Entwicklungen.“ Lektion um Lektion eroberte sich Walter Schneider seine „eingeschlafene“ Bewegungsintelligenz zurück. Dabei geht es nicht um Leistung und Quantität sondern um Qualität und Integration in den Alltag: Vor allem die tiefer liegenden, kleineren Muskeln gilt es zu trainieren. Der Macho-Muskelaufbau mag stattlich aussehen, ist aber funktional wenig sinnvoll.

Trainieren mit Köpfchen

Dem reflektorischen Training kommt besondere Bedeutung zu. Ein agiler Körper mit wachen Reflexen ist speziell in der zweiten Lebenshälfte Grundlage für Wohlbefinden, Mobilität und Trittsicherheit. So radelt Walter Schneider auf dem unmöglichen Knickrad SNAIX statt auf dem üblichen Ergometer, Seilzüge ersetzen klassisches Bankdrücken und instabile Unterlagen ersetzen starre Kraftmaschinen. Was spielerisch aussieht, ist körperliche und geistige Schwerarbeit – denn neben Kraft und Ausdauer ist immer wieder Balance und Koordination gefordert. Dieses gezielte Training fördert das körpereigene Sicherheitssystem – Körper und Geist sind in voller Aktion. Und der Erfolg? „Umwerfend – meine Rückenschmerzen sind weg, ich kann in Alltag und Büro mit kurzen Bewegungsintervallen Verspannungen oder beginnende Schmerzen wegbewegen,“ beurteilt Walter Schneider den Trainingsverlauf. „Das ist genial!“ Das bestätigt auch Joachim Altmann: „Wir haben schon viel erreicht und arbeiten uns nun durch den ganzen Körper. Wir haben noch was vor!“ Walter Schneider freut sich darauf. Der Erfolg und das wiedergewonnene Wohlbefinden spornen ihn an. „Ich will wieder fit sein, wenn ich in Rente gehe.“ Eine Freude nicht nur für ihn, sondern auch für Frau und Hund!

2. Februar 2011
Bea Miescher