20 Jahre Spiraldynamik® – Teil 3

Spiraldynamik® Med Center Zürich Aerzte Team

20 jahre Spiraldynamik| Das Spiraldynamik® Med Center Zürich
Wurzeln fassen in Zürich 1999-2009.

Der Umzugsplan war also gefasst. Nach einer Übergangslösung in Baden (1997-98) sollte Zürich das neue Epizentrum der Spiraldynamik® werden. Während zwei Jahren pendelte Christian Larsen zwischen Bern (Arztpraxis), Zürich (Beziehung) und Baden (Kurse) hin und her – Zeit, um nachzudenken. Etwas wurde ganz klar: Der Umzug würde mehr sein als ein bloßer Domizilwechsel. Die Spiraldynamik® musste quasi neu erfunden werden – nicht als Konzept, aber als wachstumsfähiges und gut organisiertes medizinisches Kompetenzzentrum.

Das neue Konzept
«Patienten befähigen» und «Trainieren statt operieren»: Diese beiden Eckpfeiler der Mission führten Larsen zur doppelten Gewissheit: Er wollte wieder vermehrt Arzt sein. Und: Die Spiraldynamik® musste im medizinischen Umfeld platziert werden. Das Betriebskonzept dazu beruhte auf fünf Faktoren, die gleichzeitig Geschäftsfelder sind und noch heute ihre Wirkkraft entfalten: Arzt, Therapie, Training, Kurse und Check-up – fünf Faktoren, die sich wie die fünf Elemente oder Wandlungsphasen der altchinesischen Naturlehre als dynamische Prozesse wechselseitig bedingen und befruchten. Arzt gleich medizinische Diagnose, Prognose und Strategiefestlegung; Therapie gleich Behandlung dieser Patienten; aber erst, nachdem sie in Tageskursen dazu befähigt wurden, das Problem und dessen Behandlung zu verstehen und entscheidend zur eigenen Heilung beizutragen; Check-up und Training schließlich wenden sich primär an Gesunde, sind aus medizinischer Sicht also präventiv bzw. leistungsfördernd. In diesem Fünf-Phasen-Modell arbeiten Ärzte, Physiotherapeuten und Bewegungspädagogen unter einem Dach und auf Augenhöhe partnerschaftlich zusammen. Hierarchien sind funktionell und nicht statusbedingt. Gelebtes «Empowerment» bedeutet mehr als Patienten informieren und ermutigen: Es gilt deren Ressourcen so zu stärken bis er die gesundheitlichen Herausforderungen authentisch und selbstbestimmt annehmen und meistern kann. Das Hand-in-Hand von «Schulmedizin» (Arztsprechstunde, Physiotherapie) und «Komplementärmedizin» (funktionelle Diagnostik und Spiraldynamik®-Therapie) bietet hierzu eine perfekt Plattform: Das Beste aus allen Bereichen der "Bewegungsmedizin".

Diese Grundeinstellung machte das geplante Spiraldynamik® Med Center Zürich zur wenn nicht bedrohlichen, so doch ungewöhnlichen bis störenden Außenseiterin.

Medizinische Einbettung
Kein Wunder gestaltete sich die Suche nach dem geeigneten Ort für die optimale Einbettung ins medizinische Umfeld schwierig. Optimal wäre die Integration in eine Klinik mit orthopädischem Fokus wie etwa die Schulthess-Klinik in Zürich gewesen. Schon in den 90-er Jahren genoss die Spiraldynamik® auch in medizinischen Kreisen einen hervorragenden Ruf und gewann bei Grundversorgern und operativ tätigen Orthopäden relativ schnell viele Freunde. Die Grundversorger hießen eine spezialisierte nicht-operative Therapie als Alternative zum Skalpell willkommen, die operativ tätigen Kollegen lernten eine hochstehende funktionelle Nachbehandlung schnell schätzen. Gleichzeitig erwuchs mehrfach Widerstand von Vertretern der klassisch-etablierten therapeutischen Verfahren - Futterneid sozusagen? Die Spiraldynamik® war jung, revolutionär und in mancher Hinsicht schwierig einzuordnen. Die Einbettung in eine medizinische Institution mit Top-Reputation war eine große Herausforderung. Und manchmal scheint die Große Chronik mit einer Extra-Portion Glück nachzuhelfen!

«Wir freuen uns, den Rolls-Royce der nicht-operativen Therapien bei uns im Hause zu haben.» Mit diesen Worten lud die Privatklinik Bethanien am Zürichberg Christian Larsen ein, sich bei ihr einzumieten. Den zukunftsweisenden Kontakt schuf Silvia Schmid, die Leiterin von Praevmedic.

Um die Synergie dieser auf den ersten Blick kontra-intuitiv anmutenden Partnerschaft zu verstehen, müssen wir einen kurzen Blick in das wirtschaftliche Getriebe des Gesundheitswesens werfen: Privatspitäler sind gewinnorientierte Unternehmen. Sie leben, wie jedes andere Unternehmen, vom Umsatz und vom Gewinn. Privatspitäler generieren Umsatz, indem sie vollfunktionale Operationsräume und Bettenstationen zur Verfügung stellen, die von Chirurgen benützt respektive gefüllt werden. Die Patienten der Chirurgie erzeugen so Umsatz und Gewinn. Das junge Med Center - eingebettet in ein exzellentes medizinisches Umfeld - profitiert von der Top-Infrastruktur des Spitals und von der direkten Zusammenarbeit mit Radiologen und operativ tätigen Orthopäden. Die Privatklinik wiederum profitiert von der Zuweisungen jener Patienten bei denen ein operativer Eingriff unumgänglich ist. Zudem trägt eine exzellente Nachbehandlung, wie die Spiraldynamik® sie bieten kann, wesentlich zum Langzeiterfolg eines operativen Eingriffs bei.

Kurzum: Per 1. Februar 1999 hat Christian Larsen die Einladung der Privatklinik Bethanien angenommen und machte sich zusammen mit der hocherfahrenen Physiotherapeutin Milena Daniel, die ihre gut laufende Praxis zu Gunsten des neuen Projekts aufgab und sich großartige Verdienste um den Aufbau der Therapie am neuen Med Center erwarb, an die Arbeit. Und Arbeit gab es genug. Die Spiraldynamik® boomte. Und das alles auf der Basis von Mund-zu-Mund-Propaganda! Die alten Krankenzimmer am Bethanien wurden bald zu klein. Das Wartezimmer immer voller. Waren zu Beginn drei Personen am Werk: Ein Arzt, eine Physiotherapeutin und eine Teilzeit-Sekretärin, wuchs das Team innert weniger Jahren auf fast dreissig Mitarbeiter und füllte jeden freien Quadratmeter - bis hin zur Besenkammer als Mini-Office. Abhilfe musste geschaffen werden.

Das neue Med Center
Im Jahr 2003 war es soweit. Die neuen Räume an der Restelbergstrasse 27 konnten übernommen und nach eigenem Konzept zweckmässig umgebaut werden – mit eigenem Geld und auf eigenes Risiko. Sicherheiten hatte die Spiraldynamik AG keine zu bieten, nur die unbeirrbare Überzeugung ihrer Mission, die schon damals rund 1000 neuen Patienten jährlich Hoffnung und Heilung bot. Damals fungierte das Unternehmen noch unter den Namen «Spiraldynamik Institut» für das medizinische Angebot bzw. «Spiraldynamik International» für das Kursangebot. Die Notwendigkeit eines neuen Internetauftritts führte auch hier zu einer Klärung und Schärfung. Die dafür verantwortliche Informationsarchitektin und Grafikerin Silvija Gorcic beharrte darauf, dass «außen» auch stehen muss, was «innen» drin ist. So wurden die Begriffe «Spiraldynamik Med Center» und «Spiraldynamik Akademie» geboren. Der Name war zugleich Programm und Zukunftsstrategie: «Med Center» umschrieb von Anfang an ein Konzept, das sich multiplizieren und an anderen geeigneten Standorten aufbauen lässt.

«Spiraldynamik Med Center Zürich»: Auch wenn damit die Wanderjahre von Christian Larsen zu Ende waren, das Kursangebot und die systematische Ausbildung von Therapeutinnen und Therapeuten spielten nach wie vor eine zentrale Rolle im Hinblick auf Wachstum und Entwicklung. Dies war und ist die Aufgabe der organisatorisch selbständigen «Spiraldynamik Akademie». Ihr gehört unsere nächste Aufmerksamkeit.

Michael Egloff
20. April 2012