Barbara Acklin: Von der Arbeitsunfähigkeit zur Bestform

Spiraldynamik: Barbara Acklin - Geigerin - Patientenbeispiel

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Nichts ging mehr. Die Schmerzen im Kreuz wurden lähmend. Herkömmliche Therapie machte die Beschwerden eher noch heftiger. Heute ist Barbara Acklin schmerzfrei und fit wie nie zuvor.

Das Übel schlich sich langsam ein: Mit gut vierzig Jahren muss man sich an das eine oder andere Weh-Wehchen gewöhnen, dachte sich die Musikerin Barbara Acklin. Die Mutter von drei Söhnen war beruflich auf ihren Körper angewiesen: Als Geigenlehrerin mit dreißig Schülerinnen und Schülern hat sie einen belastenden Steh-Beruf, ist immer auf den Beinen. Doch aus den Weh-Wehchen wurden handfeste Beschwerden. Eines Tages ging gar nichts mehr. "Der Schmerz in meinem Rücken wurde unerträglich, schoss wie Stromstöße durch mein Bein," erinnert sich Barbara Acklin. Der Arzt schickte sie in die Physiotherapie. Sie bekam ein Übungsprogramm. Leidensdruck und Ehrgeiz waren so groß, dass Barbara Acklin den Sitzball, den sie als therapeutisches Hilfsmittel benötigte, sogar mit in die Winterferien nahm. Doch der Eifer wurde nicht belohnt. Im Gegenteil - das Üben wurde zur Qual. Die Schmerzen lähmten die engagierte Frau. Unterrichten war nicht mehr möglich. "Ich konnte meine Geige nicht mehr aus dem Kasten heben oder zurücklegen. Die Drehbewegung löste gleißenden Schmerz aus. Ich fühlte mich schwer behindert und völlig frustriert. Der Arzt sprach von Operieren."

Auf zur Zweitmeinung
Auf der Suche nach einem Ausweg meldete sich Barbara Acklin bei der Spiraldynamik. Davon hatte sie durch Bekannte gehört. Eine ärztliche Zweitmeinung wurde ihr empfohlen und allenfalls eine Physiotherapie nach Spiraldynamik. "Ich war doch sehr erstaunt, als meine Füße untersucht wurden, meine Schultern, meine Kopfhaltung. Aber ich merkte bald, dass es bei der Spiraldynamik ganzheitlich zu und her geht.“ Das war ihr schon sehr sympathisch, denn als Musikerin ist sie an eine umfassende Sicht- und Arbeitsweise gewohnt. Geige spielt man auch nicht einfach mit Hand und Kinn. Der Arzt stellte keinen „großen Defekt“ fest, sondern eine Vielfalt von kleinen Haltungsfehlern: „Frau Acklin ist ein typisches Beispiel für haltungsbedingte Kreuzbeschwerden, und ein sehr typisches für Fehlbelastung bei Musikern,“ erklärt Dr. Christian Larsen, der seine Patientin von Kopf bis Fuß durchcheckte. „Die Kombination von Hohlkreuz und Rundrücken, eine leicht gestauchte Halswirbelsäule, eine Versteifung der Brustwirbelsäule, Knickfüße und suboptimale Beinachsen – solche Kleinigkeiten kumulieren sich, obschon sie Jahrzehnte lang unentdeckt bleiben. Irgend einmal kommt der berühmte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt.“

Von Grund auf richtig
„Ich war schon etwas entsetzt über die vielen Unzulänglichkeiten, die da aufgedeckt wurden,“ erinnert sich Barbara Acklin. Da es aber verhältnismäßig kleine Defizite waren, wurde die Aufgabe überschaubar. Mit ihrer angeborenen Konsequenz ging sie in die Therapie. Da erfuhr sie zu allererst, warum die Übungen nicht funktionierten. „Grundsätzlich ist gegen Kräftigungsübungen nichts einzuwenden,“ sagt Rico Schuster, Spiraldynamik-Therapeut am Med Center Zürich. „Werden diese aber in der Fehlhaltung, also mit Hohlkreuz und Rundrücken ausgeführt, wie es Frau Acklin tat, sind sie schlicht und einfach schädlich. Wiederholung des Gewohnten verstärkt das bereits Vorhandene“ In einem Tageskurs lernte Barbara Acklin vorerst die korrekte Haltung des Rückens. „Das war endlich etwas Lernbares, etwas mit Hand und Fuß, das ich mir aneignen konnte.“ Zu wissen, wie es richtig funktioniert, ist die Grundlage. Darauf baut die Therapie auf.

Nach den ersten neun Therapie-Sitzungen war Barbara Acklin ebenso begeistert wie der Arzt. Ohne Schmerzmittel durch den Alltag, das war mehr, als sie erhofft hatte. „Solche Fortschritte sind nur möglich, weil die Patientin das neu Gelernte konsequent im Alltag anwendet,“ gibt Christian Larsen zu bedenken. Doch das war Barbra Acklin nicht genug. Motiviert von den Fortschritten ging sie weiter in die Therapie. Sie begann mit leichtem Jogging und heute, 20 Monate später, ist sie schmerzfrei und beweglich, trainiert mehrmals wöchentlich, hat 10 Kilo abgenommen und unterrichtet voller Inspiration. Einziger Wermutstropfen: Die Zusatzversicherung verweigerte die Zuschüsse. „Eine Operation hätte die Kasse diskussionslos bezahlt – und ich wäre mit den selben Haltungs- und Bewegungsfehlern durchs Leben gegangen. Das ist doch ein Witz,“ ärgert sie sich. 2400 Franken blieben schließlich ungedeckt. Doch der Ärger ist von kurzer Dauer: Sie schlüpft in ihre neuen Trainings-Klamotten, geht eine Runde Joggen und danach warten ihre Schüler auf den Feinschliff für die Vortragsübung vom nächsten Monat.

Bea Miescher
28. März 2010