
PortrÄtsDer 57-jährige Orthopäde aus Süddeutschland ist Leitender Arzt am Spiraldynamik® Med Center Basel. Hier findet er, was er in Deutschland vermisst.
Jörg Eiserbeck nimmt kein Blatt vor den Mund, wenn er über die Entwicklungen im Gesundheitswesen spricht: „Was in Deutschland passiert, hat nichts mehr mit Medizin zu tun, sondern mit Kranken-Verwaltung.“ Und ein Verwalter ist Eiserbeck bei Leibe nicht. Für ihn stehen die Bedürfnisse des Patienten im Zentrum – eigentlich selbstverständlich für jeden Doktor, der den Schwur des Hippokrates geleistet hat. Aber die Realität sieht anders aus. Kassen und Politiker kochen ihre Suppe nicht nach hippokratischem Rezept. Ärzte wie Eiserbeck, die mit viel Können und Empathie das Beste für ihre Patienten wollen und auch kennen, stoßen bei den Kassen auf taube Ohren: Die Krankheitsbilder sind katalogisiert und die Behandlung orthopädischer Krankheitsbilder ist entsprechend der Heilmittelrichtlinien nach Art und Menge vorbestimmt. Das Primat technisch-apparativer Diagnostik wie CT, MRI und Röntgen übergeht vielfach die ärztliche Sensitivität und Intuition bei der Diagnosefindung. Diese realitätsfremde wenn-dann-Medizin stößt vielen deutschen Ärzten auf – schön für die Schweiz und gut fürs Spiraldynamik® Med Center!
Wo die Berufung wieder Platz hat
Jörg Eiserbeck lernte Spiraldynamik® durch einen befreundeten Orthopäden kennen, der seit Jahren in der Schweiz lebt, arbeitet und beruflich mit Dr. med. Christian Larsen zusammenarbeitet: Der Kontakt kam zustande und Eiserbecks Interesse für das Konzept der Spiraldynamik® war groß. Geradezu begeisternd fand er die Behandlung der Patienten: Eine volle Stunde Sprechstunde pro Patient für Anamneseerhebung, körperliche Untersuchung und Beratung, Tageskurse für ein grundlegendes Verständnis für das Problem und 50-Minuten Physiotherapieeinheiten; dazu die weiterführenden Trainingsgruppen – alles unter einem Dach: „Das kommt meiner Ansicht von idealer Patientenbetreuung schon sehr nahe“, lobt Eiserbeck. Aber funktioniert das auch so? Er wollte es genau wissen und ließ sich – sozusagen als assistierender Arzt von Dr. Larsen – in den spiraldynamischen Arztpraxis-Alltag einführen. Die Spiraldynamik®-Ausbildung absolvierte er modular und arbeitete während mehreren Monaten als stellvertretender Arzt am Med Center Zürich.
He's a Rocker!
Geboren 1951 in Hannover wuchs Jörg Eiserbeck in Südbaden auf. Er studierte an den Unis Freiburg i.B. und Mainz Medizin. Nach Jahren operativer und konservativer Tätigkeit sowie der Weiterbildung zum Facharzt für Orthopädie interessierte sich Eiserbeck immer mehr für die funktionelle Medizin, im Gegensatz zur strukturellen Medizin, die schnell mal schneidet, wo’s weh tut. Durch die ganzheitliche Betrachtungsweise und die Relevanz der großen Zusammenhänge verließ er den OP und führt seit 1993 eine eigene Facharztpraxis für Orthopädie, Chirotherapie, Sportmedizin und physikalische Therapie in Müllheim. In seiner Freizeit treibt er Ausdauersport und vor allem spielt er historische Hammondorgeln – das nicht einfach zum Hausgebrauch: Jörg Eiserbeck spielt in einer Rock-Band namens „Crowed“, die Konzerte gibt und auch schon als Vorgruppe von „the Voice“ Chris Farlow spielte. Das wahre Jahres-Highlight ist aber, wenn er gelegentlich zusammen mit seinem Sohn loslegen kann, der als Jazz-Saxophonist an einer Uni in Tucson, Arizona arbeitet und studiert. Bei solchen Sessions geht’s dann musikalisch und familiär richtig ab!
Bea Miescher
25. September 2009





