Sabrina Fraticelli: Weltmeisterin in guten Händen

Bildlegende

Das Fundament der Füße und die Aufrichtung der Wirbelsäule hängen zusammen. Die Abbildung zeigt die Beweglichkeit der Wirbelsäule 2002 (links) und 2008 (rechts) gemessen in drei verschiedenen Positionen: Vorbeuge (grün), Stehen (rot) und Rückbeuge (blau).

Die beiden wichtigsten
Veränderungen:

1) Im Stehen ist die Wirbelsäule jetzt aufrecht (2008 rot, gut sichtbar in der Kreisgrafik

2) Bei der Rückbeuge kann die Brustwirbelsäule jetzt gestreckt werden (2008 blau).

Spiraldynamik News Archiv Patientenbeispiele | Bildlegende: Das Fundament der Füße und die Aufrichtung der Wirbelsäule hängen zusammen. Die Abbildung zeigt die Beweglichkeit der Wirbelsäule 2002 (links) und 2008 (rechts) gemessen in drei verschiedenen Positionen: Vorbeuge (grün), Stehen (rot) und Rückbeuge (blau). Die beiden wichtigsten

PatientenbeispieleSie ist 18 Jahre jung, Weltmeisterin und hat so ziemlich alles gewonnen, was es in den Karate-Sparten Kata und Kampf zu holen gibt. Sabrina, Teenager und Kämpferin mit Herzblut.

Sonntagnachmittag. Das Dojo in Adliswil steht leer. Bis Sabrina kommt. Mausbeinallein betritt sie den Raum und beginnt mit ihrem einstündigen Training. Basisübungen, Schattenboxen und die immer wiederkehrenden blitzschnellen Bewegungen des Kampfes. Immer schneller und präziser werden die Bewegungen, der weiße Stoff des Gis beginnt unter der Dynamik zu knallen wie ein Segel im Sturm. Sabrina, die Kämpferin, ist in Hochform.

Karate, Karriere, Koordination

Sabrina Fraticelli trainiert  Karate im Dojo Adliswil. Schon ihre Mutter fing den Karate-Virus ein. Fraticelli ist ein Name, der in der Karatewelt bekannt ist: Die Familie hat zuhause zu wenig Wände, um alle Auszeichnungen aufzuhängen. Sandra Fraticelli, wie ihre Töchter die Bescheidenheit in Person, nahm ihre Verantwortung als Mutter einer Spitzensportlerin frühzeitig wahr: Nachdem die höheren Sphären der Wettkampferfolge für Sabrina in Griffnähe schienen, entschied sie sich bereits 2002 für eine funktionelle orthopädische Untersuchung am Spiraldynamik Med Center in Zürich- aus der Retrospektive eine gute Entscheidung.

Therapie, Technik

Dr. med. Christian Larsen stellte damals zwei Diagnosen, die eine Karate Karriere in Frage stellen können: Die ausgeprägten Knick-Senkfüße verunmöglichen einen sicheren Stand speziell bei den Schlagtechniken und erhöhen die Verletzungsgefahr von Fuß und Knie. Zweitens: Ungünstige Wirbelsäulenstatik mit Vorlage, Rundrücken und geringer Beweglichkeit der Brustwirbelsäule (weniger als 20%). Mit anderen Worten: Die Beuge- und Streckbewegungen fanden fast ausschließlich in der Lendenwirbelsäule statt. Koordinationsverlust und Überlastungen im Kindesalter waren programmiert, eine gezielte Therapie mit 9 Therapieeinheiten war klar indiziert.

Feintuning für Höchstleistungen

Jüngere Patientinnen sehen wir oft nicht wieder, sobald das Problem gelöst ist. Die Verlaufsuntersuchung erfolgte im April 2008. Die Füße sind jetzt normal, die Wirbelsäule steht im Lot, die Beweglichkeit der Brustwirbelsäule hat sich nahezu verdoppelt (Anteil jetzt 40%). Das ist ein sehr erfreuliches Langzeitresultat! Die Erfolgsformel lautet: Hilfe zur Selbsthilfe – auch in jungen Jahren. Sabrina hatte gelernt, ihr Problem zu verstehen und selbst in den Griff zu bekommen, um nicht in der steilen Erfolgsspirale den Boden unter den Füßen zu verlieren.

Am Anfang ein Aha-Erlebnis

Sabrina hat mit ihrer angeborenen Bewegungsintelligenz die Lösung des Problems schnell erkannt und umgesetzt. „Diese Dinge sind mir zunächst gar nicht aufgefallen – aber sie haben sich als richtig und wichtig herausgestellt (O-Ton Sabrina).“ Eltern, Ärzte und Trainer fördern Sabrina bestmöglich. Das braucht sie auch: Mitte Juli geht es an die WM. Sabrina weiß: Die Konkurrenz schläft nicht und die besttrainierten Kämpferinnen aus vier Kontinenten werden ein Ziel haben: Gegen Sabi anzutreten, um sie zu besiegen. Wir wünschen Sabrina viel Glück!

Milena Daniel
15. Mai 2008